Abgestempelt? Leben mit Hartz IV

Filmhinweis:

Abgestempelt? Leben mit Hartz IV

🙄

ARD Mo., 11.1. + Do., 13., 1. Abgestempelt -Leben mit Hartz IV
Text: Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem TV-Hinweis möchte ich darauf hinweisen, dass der Film bereits am 13.1.10 (und nicht am 23.1.10) um 23:30 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird.

Zudem teilte mir … heute mit, dass u.U. bereits am kommenden Montag(11.1.10) in der Sendung Report Mainz ein Kurzfilm zum Thema, u.a. mit einem Interview des „BA Chefs“ Herrn Alt, ausstrahlen wird. Auch das dürfte höchst interessant sein, da Herr Alt wohl nicht so richtig weiß bzw. wusste, was in den deutschen ARGEN alles möglich ist.

Presssetxt + Plakat als pdf als A 3 + A 4
verfügbar: bo-sozialberatung@t-online.de

TV Hinweis: Abgestempelt? Leben mit Hartz-IV

http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,kcbupq4x6ibv1whn~cm.asp

Seit Monaten führt Werner F. einen verzweifelten Kampf um das Allernötigste:
Der arbeitslose Kraftfahrer und Hartz-IV-Empfänger aus Mainz hat zwar eine Wohnung, aber keine Möbel. Keinen Schrank, keinen Stuhl, keine Küche.

TV Hinweis: Abgestempelt? Leben mit Hartz IV. Eine SWR- Reportage von Thomas
Reutter und Sylvia Nagel

Seit Monaten führt Werner F. einen verzweifelten Kampf um das Allernötigste:
Der arbeitslose Kraftfahrer und Hartz-IV-Empfänger aus Mainz hat zwar eine Wohnung, aber keine Möbel. Keinen Schrank, keinen Stuhl, keine Küche.
Stattdessen stapeln sich bei ihm Berge von Akten; denn seine Anträge bleiben oft unbearbeitet, seinen Sachbearbeiter bekommt er nicht zu sehen und nicht ans Telefon. Michael R. ist fast noch schlimmer dran. Er wohnt bei seiner Mutter, der Rentnerin Gisela R. in einem kleinen Häuschen. Der Strom ist abgestellt, ebenso Gas und Wasser, wegen Zahlungsrückständen, weil sie Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten. Michael R. und seine Mutter sitzen im Dunkeln und frieren. Das Wasser zum Spülen müssen sie aus einer Regenwassertonne holen. Kühlschrank und Herd sind seit langem tot, nur ein Campingkocher funktioniert noch. Das Amt will die Rentnerin Gisela R. zwingen, ihr Häuschen aufzugeben, was sie und ihr Sohn aber nicht wollen.
Doch das Amt sagt: Erst wenn sie ausziehen, gibt es Hilfe. Ein fast aussichtsloser Kampf, bei dem sie um jede Kerze feilschen müssen.

Hartz IV – was bedeutet das im Agenda-Jahr 2010? Die Autoren Thomas Reutter und Sylvia Nagel sind auf Spurensuche gegangen und ihr Befund ist bedrückend: Sie begegnen Menschen wie Ina M., gelernte Kommunikationskauffrau, alleinerziehende Mutter. Erst kämpfte sie gegen die Krise, gegen den sozialen Abstieg. Jetzt ist sie fast ganz unten angelangt, verliert ihre Wohnung. Schon vor Monaten hat sie einen Antrag auf
Arbeitslosengeld II gestellt, doch das Amt lässt sie und ihr Kind hängen.
Bei Mandy D. sieht es ähnlich trostlos aus: Seit der Geburt ihres Sohnes vor elf Jahren lebt sie von Unterstützung. Sie hat eine Berufsausbildung und möchte unbedingt arbeiten. Doch die Angebote, die sie bekommt, auch zur Weiterbildung, passen nicht in ihren schwierigen Alltag mit einem Kind, das wegen einer Erkrankung besondere Unterstützung braucht. Wolfgang D. hat
bereits alles verloren: Ihm hat die Arge so lange die Leistungen gekürzt, bis er sich auf einer Pritsche im Obdachlosenasyl wiederfand. Selbst seine Anwältin konnte ihn vor so viel zielgerichteter Sanktionierung nicht bewahren.

Die Autoren versuchen aber auch, die andere Seite zu beleuchten: Unter welchem Entscheidungsdruck stehen die Sachbearbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit, bei den Jobcentern oder der Arge? Wie kommt es, dass so viele falsche Bescheide ergehen, die von Sozialgerichten wieder aufgehoben werden müssen? Die Ursachenforschung liefert keine einfachen Antworten. Die Probleme sind vielschichtig. Im Jahr fünf der größtenArbeitsmarktreform in Deutschland scheint aber eines sicher: Vielen Menschen ist Hartz-IV keine Hilfe, kein „Fördern und Fordern“, sondern vielfach das Gegenteil: Fachleute
sprechen von unsinnigen Maßnahmen, sogar von Willkür. Die Reform droht, ihre Ziele zu verlieren. Die Reportage wird am Mittwoch, den 13.01.2010 um 23.30
Uhr auf ARD ausgestrahlt. (23.12.2009)

„Es ist durchaus statthaft, die für Hartz IV Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zwar nicht unbedingt im verfassungsrechtlichen, aber doch im politischen Sinne als ‚Verfassungsfeinde‘ zu bezeichnen, gegen die das Leisten von ‚ Widerstand‘ nicht nur legitim, sondern auch geboten ist.“ Prof. Dr. Michael Wolf, Koblenz

Max Horkheimer (1895 – 1973):

„Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“ Dieser Spruch aus der Bibel ist ein volkstümlicher Grundsatz. Er müsste lauten: Alle sollen essen und so wenig wie möglich arbeiten. Aber auch das ist noch viel zu allgemein.
Die Arbeit zum Oberbegriff menschlicher Betätigung zu machen ist eine asketische Ideologie… Die proletarische Forderung geht auf Reduktion der Arbeit. Sie bezweckt nicht, dass in einer künftigen besseren Gesellschaft
einer davon abgehalten werde, sich nach seiner Lust zu betätigen, sondern sie geht darauf aus, die zum Leben der Gesellschaft erforderlichen Verrichtungen zu rationalisieren und gleich zu verteilen. Sie will dem Zwang und nicht der Freiheit, dem Leid und nicht der Lust eine Schranke setzen. In einer vernünftigen Gesellschaft verändert der Begriff der Arbeit seinen
Sinn. (1934)

Der Film im Internet:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3632868

3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. gelschter User
    Jan 14, 2010 @ 20:52:25

    Nun, es gibt Menschen die wirklich Hilfe benötigen und bekommen sollten!

    Es gibt aber auch Menschen, die einfach nur keine Lust haben zu arbeiten, oder sich für alle möglichen Jobs zu gut fühlen. Das ist nicht ok, denn schließlich ist zunächst einmal jeder für sein eigenes Leben verantwortlich und die Hilfe des Staates sollten nur die Jenigen erhalten, die sie wirklich benötigen.

    Ich kenne selbst einige junge, gesunde Leute, die nur „Bock“ haben den ganzen Tag am PC oder vor der Glotze abzuhängen anstatt ihr Leben in die Hand zu nehmen.

    Im Gegensatz dazu kenne ich alte Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und Steuern bezahlt haben und deren Rente so gering ist, das sie kaum davon leben können. Das ist sowas von ungerecht den alten Menschen gegenüber.

    Ich bin der Meinung das in unserem Sozialsystem so Einiges falsch läuft.

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  2. Hoelderlin
    Jan 15, 2010 @ 01:35:36

    Bhudesi,

    Sicherlich gibt es auch Menschen die keine Lust haben auf rein gar nichts. Nur das ist einfach nicht das eigentliche Problem. Sondern einfach die Tatsache, dass es so Millionen von Menschen gibt, die zum Teil hoch qualifiert ausgebildet sind und denen man einfach keine Perpektive gibt und sie eiskalt in die Armut von Hartz IV abschiebt.

    Oft ist dass gerade die ältere Generation ab über 5o Jahre, die man da abschiebt in Hartz IV und sie damit auch noch in die Altersarmut treibt. Bestenfalls bieten man ihnen 1 Euro – Jobs an und das hat diese Generation nun wirklich nicht verdient. Viele haben schon mit kaum über 40 Jahren keine Perspektive mehr.

    Hinzu kommt der unerträgliche Umgang mit den Betroffenen auf den ARGEN, dass ist so nicht hinzunehemn. Das kann nicht weiter hingenommen werden, dass die Hartz IV – Betroffenen nur als Menschen 2. Klasse von den Politikern behandelt werden.

    Hier sehe ich gewaltigen sozialen Sprengstoff, der die Gesllschaft zum Zerbersten bringen wird.

    Da spielt das Problem mit den Betroffenen, die vermeintlich nicht arbeiten wollen, doch eher eine untergeordnete Rolle, weil selbst für die, die so dringend ein eigenes Leben haben wollen, keine lebenswerte Perpektive geschaffen wird.

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  3. gelschter User
    Jan 15, 2010 @ 16:41:52

    Ich denke, das der Staat den wirklich Bedürftigen mehr und vor allem effektiver helfen könnte, wenn nicht so viele Menschen das Sozialsystem ungerechtfertigter Weise ausbeuten würden.

    Es stimmt allerdings das man mit 40 schon als alt angesehen wird im Arbeitsmarkt und es schwierig ist eine Arbeitstelle zu bekommen. Obwohl ich der Meinung bin, das ältere Arbeitnehmer durch ihre Erfahrung und Zuverlässigkeit wertvoll sind. Nun da spielt es wieder eine Rolle das die jungen Leute kostengünstiger sind als die Älteren und auch die wollen eine perspektive haben.

    Ich bin sehr viel durch die Welt gereist und war in einigen 3. Welt Ländern, wo Menschen wirklich um ihr Überleben kämpfen und teilweise hungern. Wo jeder Mensch für sein eigenes Leben verantwortlich ist und der Staat überhaupt keine Gelder an Bedürftige bezahlt. Die Schulausbildung ist dort kostenpflichtig, die Medikamente und Arztbesuche müssen aus eigener Tasche bezahlt werden, etc…….

    Wie schon gesagt, ich bin dafür das man wirklich Bedürftigen hilft, aber ich denke das die Menschen hier in Deutschland mehr Eigenverantwortung übernehmen sollten.

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