Hartz IV – mitnmang 50 + – Schreiben an die Standortleitung

Teilnehmer / innen an der Maßnahme mitnmang 50 + (mmn 1) in der Rackow – Schule – Hamburg / Projektleitung Frau Dr. H.
Name und BG – Nummern siehe am Ende des Schreibens. Die BG – Nummern sind nicht getrennt nach Zuständigkeit der Job – Center, sondern befinden sich alle in der Gruppe mmn1 (Rackow – Schule).

Job – Center Hamburg – Nord :crazy:
Standortleitung
z. Hd. Herrn S.
Kümmellstraße 5 – 7
20249 Hamburg

31. Oktober 2005

Rückmeldung der Teilnehmer am Projekt „mitnmang 50 +“ in der Rackowschule, mit der dringenden Bitte der Möglichkeit eines persönlichen und möglichst baldigen Gespräches mit Ihnen als Standortleiter des Job – Centers Hamburg – Nord und Teilnehmern des Projektes.

Sehr geehrter Herr S.,

bezugnehmend auf ein Telefongespräch mit der Teilnehmerin am oben genannten Projekt, Frau S./ BG Nummer xxxxxxxxxx und ihrer zuständigen Fallmanagerin Frau L. / Job – Center Hamburg Nord am 25. Oktober 2005 formulieren wir diese Zeilen.

In dem Telefonat wurde Frau S. von ihrer Fallmanagerin Frau L. direkt auf das in der Rackow – Schule durchgeführte oben genannte Projekt angesprochen. Dabei wurde ihr mitgeteilt, dass ein Gespräch zwischen den Fallmanagern, Ihnen als Standortleiter und der Projektleiterin des Teilprojektes in der Rackow – Schule statt gefunden habe. Wie uns Frau S. mitgeteilt hat, soll der Vortrag von Frau Dr. H. von Ihnen und den Fallmanagern eher skeptisch aufgenommen worden sein.

Diese kritische Einstellung gegenüber der Planung und Durchführung besteht durchweg ebenfalls bei zahlreichen Teilnehmern des Projektes mitnmang 50 + in der Rackow – Schule. Dies wurde von Frau S. gegenüber Ihrer Fallmanagerin deutlich zum Ausdruck gebracht. Frau L. bat darum, dass die Teilnehmer möglichst schriftlich Ihren Eindruck dazu formulieren sollten, damit sich die zuständigen ARGEN / Nord und Wandsbek einen Eindruck machen können.

Es wurde ebenfalls deutlich gemacht, dass wir deshalb keine Angst vor Sanktionen haben müssen, da es bei enger Haushaltslage notwendig ist, dass Gelder sinnvoll eingesetzt werden.

Auch wir haben den Eindruck, dass keine Struktur, kein roter Faden und vor allem kein nachnachvollziehbares Konzept für dieses Teilprojekt vorhanden ist. Auf entsprechende und vor allem berechtigte Nachfragen erfolgte von Frau Dr. H. u.a. folgender Satz (wörtlich zitiert): „Sie müssen sich halt überlegen, ob Ihnen das Projekt schadet“.

Auch haben wir den Eindruck, dass die Führung und der Umgang mit Menschen nicht die besonderen Stärken von Frau Dr. H. sind. Inzwischen ist ein Klima der Angst und völligen Verunsicherung bei den Teilnehmern entstanden, mit der Folge von gesundheitliche Beschwerden u .a. Schlafstörungen bis hin zu Herz – Rhythmusstörungen.

Zwei Teilnehmerinnen, haben bereits ein Schreiben in dieser Angelegenheit an die zuständigen Job – Center in Hamburg – Nord und Wandsbek gesandt, weil sie die beschriebene Situation ebenfalls nicht mehr aushalten können.

Schon die Durchführung der Infoveranstaltung durch Frau Dr. H. muss als eher unglücklich bezeichnet werden. Hier wurde uns kein erkennbares Konzept präsentiert und auf Nachfragen gab es keine klaren Antworten („weis ich nicht“, „kann ich nicht sagen“), wie wir dies insgesamt ziemlich durchgängig innerhalb des Projektes von Frau Dr. H. erleben.
Recht zügig wurden wir aufgefordert die Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben und uns wurde mitgeteilt, dass es keine Fahrtkostenerstattung geben wird, da die ARGE notwendige Fahrtkosten nicht zur Verfügung stellt.

Da wir nicht wussten, wie wir diese vom Regelsatz des ALG II aufbringen sollten, wurde sich deshalb mit einer Klage an das Sozialgericht gewandt, um die Angelegenheit klären zu lassen.

Inzwischen liegt uns durch das Sozialgericht die Vereinbarung zwischen der ARGE und den Maßnahmeträgern vor, aus der eindeutig hervorgeht, dass der Rackow – Schule sehr wohl die notwendigen Mittel dafür zur Verfügung stehen.

Zu Anfang war eine tägliche Unterrichtszeit Mo. – Fr. von 8.00 bis 15.00 Uhr angekündigt. Wenige Tage später, noch vor Beginn der Maßnahme, wurde der tägliche Unterrichtsbeginn von 8.00 auf 9.45 Uhr plötzlich reduziert, um eine CC-Karte zu ermöglichen, die erst einmal für Oktober 2005 in einer Höhe von 28.50 Euro von der Rackow – Schule übernommen wurde.

Inzwischen wurde der Unterricht auf 3 Tage reduziert, wobei wir erst am Ende der Woche erfahren, an welchen Tagen dieser in darauf folgenden Woche statt finden soll.

Als Aufhänger für die Maßnahme wurde uns die Hamburger Firma Jürgen Hort benannt, weil es angeblich eine erhebliche Nachfrage zum Berufsbild des Berufsnavigators für Jugendliche geben soll. Nähere Auskünfte zu der Firma Hort konnte uns Frau Dr. H. nicht geben. Nicht einmal die Frage nach der Mitarbeiterzahl konnte von ihr beantwortet werden. Eine Teilnehmerin dagegen, die über die Suchmaschine Google im Internet den Begriff „Berufsnavigator“ eingab, fand sehr schnell die Internetseite: http://www.berufnavigator.de. Dort präsentiert sich die Firma Hort mit relativ wenigen Mitarbeitern im Internet.

Bei einer Infoveranstaltung durch die Firma Hort, die von uns eingefordert wurde, stellte sich heraus, dass die Firma Hort gerade mal 5 – 6 Mitarbeiter sucht, die erst einmal für 3 Monate auf der Basis von täglich 16 Euro Aufwandsentschädigung Abiturienten bei der Berufsfindung beratend begleiten sollen. Nach dieser Zeit bestände evtl. die Aussicht auf der Basis von Franchising oder freiberuflich dort tätig sein zu können. Die Aussicht auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz besteht eher nicht, da bisher noch keine Einnahmen für den Berufsnavigator erzielt werden können. Lediglich die Schüler, die in Schulen am System „Berufsnavigator“ teilnehmen, zahlen bisher 10 Euro und dies deckt die Kosten bei weitem nicht.

Ebenso zeigt sich, dass die Rackow – Schule bisher keine Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern hat, die bereit sind, auch über 50 – jährigen Erwerbslosen einen Wiedereinstieg in das Berufsleben zu ermöglichen.

Diese Kontakte sollen wir im Rahmen der Beratung für Jugendliche in das Berufsleben selbst herstellen. Wobei erwähnt werden muss, das die Teilnehmer bezüglich Beratung und Gesprächsführung bisher kaum vorbereitet sind. In Einzelprojekten wie den Besuch von Museen, Verbänden und Kammern sowie andern Organisationen mit den Jugendlichen, sollen dabei Möglichkeiten für die Jungendlichen und uns über 50 –jährige Erwerbslose entstehen, um in den 1. Arbeitsmarkt zu gelangen. Wobei für uns Teilnehmer der Maßnahme dabei bisher nicht klar wird, wie hier tatsächlich Arbeitsmöglichkeiten für uns entdeckt werden können.

Bisher findet, wie in der Vereinbarung zwischen ARGE und den Maßnahmeträgen in § 6 benannt, kein eindeutiges Profiling statt und den Begriff Coaching kennen wir bisher nur vom Namen.

Insgesamt besteht eher der Eindruck, dass staatliche Gelder bei knapper Haushaltslage verbrannt werden und wir am Ende dann wieder in der Arbeitslosigkeit landen.

In zahlreichen Gesprächen haben wir versucht die Angelegenheit mit Frau Dr. H. als Projektleiterin zu klären. Bei uns ist inzwischen der Eindruck entstanden, dass wir Frau Dr. H. nicht erreichen können. Der Kontakt zwischen ihr und den Teilnehmern erscheint eher blockiert und wir wissen einfach nicht mehr weiter.

Die Situation ist für viele Teilnehmer inzwischen eher schwierig bis sehr angespannt. Deshalb bitten wir Sie persönlich dringend um Unterstützung und Hilfe. Es würde uns sicherlich helfen, wenn Sie uns Teilnehmern, möglichst als Gruppe, ein persönliches Gespräch mit Ihnen als Standortleiter ermöglichen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Schlussbemerkung:

Das Ergebnis des Schreibens war, dass immerhin die Projektleitung Frau Dr. H. fristlos entlassen wurde und eine neue Leitung wurde mit diesem vermeintlichen Projekt betraut. Doch mit dieser Leitung, die man eher als lächerliches und pubertierendes Kleinkind bezeichnen musste, sind wir vom Regen in die Traufe gekommen.

Und so wie befürchtet, sind wir alle ohne Perspektive und weiter in der Verelendung von Hartz gelandet.

Aber mal wieder wurde die Statistik bereinigt, um die verlogene Behauptung aufstellen zu können, dass Hartz IV ein Erfolgsmodell sein soll.

Und wenn jemand Arbeit unter Hartz IV findet, sind es in der Regel Hungerlohnjobs und Ausbeutung per Zwangsarbeit oder Zeitarbeit.

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