Die Nachbarn haben die Polizei gerufen !

»Die Nachbarn haben die Polizei gerufen« Junge Welt :crazy:

Hartz-IV-Irrsinn: Chronisch Kranke hungern für Medikamente, die mit dem Regelsatz nicht bezahlbar sind. Ein Gespräch mit Herrn G.
Claudia Wangerin

G. (58) ist Diplompsychologe und leidet an einer selten starken Form des »Trockenen Auges«. Diese Krankheit gilt gegenwärtig als unheilbar. Er lebt in Hamburg von Arbeitslosengeld-II

An welchen Krankheitssymptomen leiden Sie, und wie viel Geld müssen Sie imMonat für Medikamente ausgeben?

Die Symptome sind ständige Augenreizungen, gerötete Augen und Bindehautentzündungen, tränende Augen und ein Fremdkörpergefühl. Die »Sicca-Problematik«, so ist der medizinische Fachausdruck, gilt noch als unheilbar. Um einen Verlust an Sehkraft zu verhindern, ist eine Dauerbehandlung nötig, ich muß bis zu 126 Euro im Monat für Medikamente ausgeben. Und das bei einem Regelsatz von 351 Euro, in dem 40,22 Euro für Gesundheitspflege vorgesehen sind.

Welche Medikamente benötigen Sie regelmäßig?

Was mir seit der Diagnose im August 2008 von verschiedenen Augenärzten verordnet wurde, sind Augentropfen und Salben, die nicht verschreibungspflichtig sind. Deshalb werden sie nicht von den Krankenkassen bezahlt. Das gilt auch für sogenannte »Punctum Plugs«, das sind Tränenkanal-Stöpsel, die mir verordnet wurden. Es gibt leider auch keine verschreibungspflichtigen Alternativen. Sowohl die ARGE Hamburg als auch die Techniker Krankenkasse weigern sich, die Kosten zu übernehmen. Auch die Fahrtkosten zur Sicca- Sprechstunde in Erlangen nicht. Ohne Unterstützung von Dritten hätte ich nicht dorthin fahren können.

Mußten Sie wegen der Kosten für die Medikamente schon am Essen sparen

Ja, ich habe deshalb schon regelrecht gehungert. Leider war auch die »Tafel« für mich keine Alternative, weil es die nur in »sozialen Brennpunkten« gibt und da wohne ich nicht; dorthin müsste ich entweder schwarz fahren oder es wäre für mich kaum eine Kostenersparnis.
Meine Nachbarn haben die Polizei gerufen, als ich ihnen das erzählt habe.

Die Polizei?

Ja, die Polizei ist mitten in der Nacht angerückt, hat an meiner Tür geklingelt und wollte mich ins Krankenhaus einliefern. Das hätte mir aber nichts genutzt, denn so bald ich im Krankenhaus gewesen wäre, hätte die ARGE gleich wieder meinen Regelsatz gekürzt. Die Polizisten waren dann einigermaßen ratlos. Sie haben mir eine Karte dagelassen und meinten, ich solle anrufen, wenn ich noch einmal in die Lage käme, für meine Medikamente zu hungern. Dann würden sie mich zwangsweise in die Psychiatrie einweisen.

Was haben Sie daraufhin gesagt?

Ich habe mich natürlich dagegen verwahrt und gesagt, »ich bin kein Fall für die Psychiatrie, sondern der Staat entzieht sich seiner Fürsorgepflicht«. Ich habe versucht, ihnen zu erklären, daß ich finanziell gezwungen bin, mich zwischen Essen und Medikamenten zu entscheiden. Aber ich denke, die waren einfach mit der Situation überfordert. Vielleicht wollten sie mich einfach nur irgendwo unterbringen, wo ich ihrer Meinung nach gut versorgt gewesen wäre.

Welche Art von Beratung und Hilfe haben Sie bisher in Anspruch genommen?

Ich habe eine Rechtsanwältin eingeschaltet, die in den sozialen Bewegungen bekannt ist.
Sie hat den Fall auf eigenes Risiko übernommen. Wir haben einen Antrag auf einstweilige Anordnung beim Sozialgericht Hamburg eingereicht. Der Antrag wurde zurückgewiesen.
Dagegen hat meine Anwältin eine Beschwerde eingelegt, über die jetzt das Landessozialgericht zu entscheiden hat. Ein weiterer Rechtsanwalt soll jetzt die Übernahme der Kosten für die Punctum Plugs und der Fahrtkosten nach Erlangen klären. Die ARGE Hamburg und die Techniker Krankenkasse weigern sich nach wir vor, dafür aufzukommen.
Nicht einmal die Kosten für die nicht verschreibungspflichtigen Medikamente sind gesichert.

Mit welcher Begründung hat das Sozialgericht den Antrag zurückgewiesen?

Angeblich ist nicht ausreichend belegt, daß in meinem Fall eine Dauerbehandlung nötig ist, obwohl bei mir eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wurde. Von meiner Anwältin werden immer neue Unterlagen angefordert. Kaum hat sie welche besorgt, werden wieder welche verlangt. Das geht seit Monaten hin und her.
Es könnte aber ein wichtiger Präzedenzfall werden, wenn wir Recht bekommen.

21 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Madame-Cherie
    Jan 17, 2010 @ 20:44:41

    Solche Berichte machen einen fassungslos und wütend.
    Leider sind das keine Einzelfälle, sondern gängige Praxis !
    Ich wünsche Herrn L und seiner Rechtsanwältin, dass hier Recht gesprochen wird und!

    LG
    Madame-Cherie

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  2. Hoelderlin
    Jan 17, 2010 @ 21:23:13

    Ja, dass ist schon einfach nicht mehr zu fassen. Zur Information: Seit über einem Jahr läuft nun dieser Prozess. Nach einem Beschluss des Hamburger Landessozialgerichtes muss bisher die zuständige Krankenkasse die Augentropfen noch bezahlen. Ob das so bleiben wird, bleibt dahin gestellt. Die Rechtsanwältin hat aus gesundheitlichen Gründen einen Gerichtstermin verpasst und damit wäre das ganze Verfahren geplatzt. Sie hat eine Wiedereinsetzung des Verfahrens beantragt, die vom Sozialgericht Hamburg abgewiesen wurde. Das Landessozialgericht hat darüber bisher nicht entschieden. Platz die eingereichte Beschwerde, wird es schon an diesem Punkt mehr als kritisch.
    Jetzt kommt noch hinzu, dass die Rechtsanwältin komplett ausgestiegen ist, ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen.
    Ein neuer Rechtsanwalt verlangt locker 600 bis 1000 Euro, weil er sich natürlich erst einmal in den Fall einarbeiten müsste. Zwar ist für das Verfahren Prozesskostenhilfe gewährt worden, aber das Gericht wartet erst einmal ab, wie die Entscheidung für den verpassten Termin der Rechtsanwältin ausgehen wird.

    Wann und ob endlich darüber entschieden wird, ob die Kosten der notwendigen Augentropfen endgültig übernommen werden, steht absolut in den Sternen. Notfalls ist aber bei der Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas eine kostenlose Freitodbegleitung bewilligt worden, um notfalls auf diesem Wege zu verhindern, dass ich unter qualvollen Schmerzen erblinden muss.

    Liebe Grüße Hoelderlin

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  3. Madame-Cherie
    Jan 17, 2010 @ 21:40:48

    Ich bin sprachlos.

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  4. Hoelderlin
    Jan 18, 2010 @ 16:52:16

    Mir fällt da auch schon lange nichts mehr dazu ein. Von dieser Problematik sind Hundertausende Menschen betroffen. Siehe dazu auch: „Eine Bankrotterklärung des Sozialstaates“

    Auch bei Dignitas melden sich immer Menschen, die aus solchen Gründen um Freitodbegleitung bitten.

    Auch im Schweizer Fernsehen wurde das schon regional thematisiert unter dem Thema: Freitodbegleitung aus sozialer Not.

    Herr Minelli, der 1. Vorsitzende von Dignitas hat mit meiner Genehmigung meinen Fall an das Schweizer und Deutsche Parlament weitergeleitet. Hintergrund dabei ist, dass sich die deutsche Politik einerseits gegen eine Freitodbegleitung stellt, aber gleichzeitig nicht sicher stellt, dass Menschen, wenn sie von der Politik in die Armut getrieben worden sind, wie bei Hartz IV, notwendige Medikamente erhalten. Und genau deshalb sich an Dignitas wenden, um auf diesem Weg Erlösung zu finden.

    Ich könnte nur noch kotzen über deutsche Politiker und gehe deshalb auch nicht mehr zur Wahl bzw. gebe ich deshalb am Wahlsonntag grundsätzlich meine Wahlbenachrichtigungskarte im Wahllokal öffentlich zurück.

    Aus dem Dignitasforum ist bereits eine eine neue Petition in den deutschen Bundestag eingereicht worden.

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  5. Madame-Cherie
    Jan 18, 2010 @ 17:30:29

    Auch bei Dignitas melden sich immer Menschen, die aus solchen Gründen um Freitodbegleitung bitten.

    Ich denke nicht, dass das die Lösung ist. Es muss andere Wege geben. Der Politik geht das doch am Arsch vorbei. Hier sollte mit allen Mitteln gekämpft werden. Auch wenn es ein steiniger und langer Weg ist. Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen von dieser asozialen Politik.
    Vielleicht solltest Du diese Petition hier im Blog öffentlich machen.

    LG
    Madame-Cherie

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  6. Schau-hin
    Jan 18, 2010 @ 18:28:44

    Das ist echt ungeheuerlich. Nur leider erfährt der „normale“ Nachrichtenleser kaum etwas von solchen Fällen. Deshalb darf man nie Aufhören, diese öffentlich zu machen.
    Ich finde es echt traurig, diese grausame soziale Kälte in diesem Land.

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  7. Megahoschi
    Jan 18, 2010 @ 20:00:32

    Nabend

    Och es ist doch zum Kotzen, entweder Verhungern oder Blind werden, was für ne tolle Alternative. Ich würde sagen die Polizisten haben es nicht mal böse gemeint und wußten selbst auch nicht mehr weiter. Da bekommt der Ausdruck Schweinesystem doch immer neue Dimensionen.

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  8. Ormuz
    Jan 18, 2010 @ 22:01:45

    auch wenn der Regelsatz nicht mehr gekürzt werden darf bei Krakenhausaufenthalten kommen dennoch die 10,- Zuzahlung pro Tag auf den Kranken zu.
    Das ist wirklich ein schockierender Bericht.

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  9. Hoelderlin
    Jan 18, 2010 @ 22:30:12

    Hallo Madame-Cherie Pro,

    die von Usern des Dignitas Forum eingereichten 2 Petition für psychisch Kranke und körperlich Kranke und Leidende zur Thematik Sterbehilfe an den Deutschen Bundestag sind auf Deinen Wunsch hin eingefügt worden.

    Liebe Grüße Hoelderlin

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  10. gelschter User
    Jan 19, 2010 @ 08:27:36

    Man könnte diese Situation auch mit gezielter AUSROTTUNG bezeichnen.

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  11. Hoelderlin
    Jan 19, 2010 @ 16:52:22

    Hallo alterknacker,

    genau dass ist ja wohl auch beabsichtigt. Erst Arbeitslose per 1 Euro – Jobs und Zwangsarbeit, Niedriglöhner und Zeitareiter zum Hungerlohn auszubeuten und wenn sie dann kaput gemacht wurden und krank geworden sind, elendig verrecken und verhungern zulassen.

    Braucht man später dann gar keine Rente zu bezahlen.

    Liebe Grüße Hoelderlin

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  12. Schnutzel
    Jan 20, 2010 @ 08:20:27

    Hallo Hölderlin,

    ich bin betroffen … im doppelten Wortsinn. Allerdings sind meine Kosten, die ich p.a. für meine chronischen Erkrankungen einsetzen muss – und die mir nicht erstattet werden, (z.Zt. noch) sehr gering im Verhältnis zu Deinen finanziellen Nöten.

    Ich finde richtig und wichtig, dass hier alle Register gezogen werden, um der Politik „auf die Füße zu treten“ bzw. um die Politik zum Handeln zu bewegen.

    Als Hartz-IV-Empfänger war ich vor ca. einem Jahr in einer sehr lehrreichen Situation.
    Meine geringen Ersparnisse (für mich jedoch alles), die ich im Rahmen von SGB2 als Rücklage haben darf, hatte ich an die Kaupthing Bank in Frankfurt/a. M. überwiesen.
    Im Rahmen der Banken- und Finanzkrise war mein Geld am 09.10.2008 erst einmal weg … futschikato!

    http://schnutzel.blog.de/2009/10/09/kaupthing-bank-09-10-2008-totalverlust-kleinsparer-7129528/

    Lehrreich war für mich plötzlich Seit an Seiten mit Menschen für ein gemeinsames Interesse zu kämpfen, die ich sonst nur ehr als „die Gegenseite“ empfinde: u.a. gut verdienende Firmeninhaber, Freiberufler, Juristen, Pressesprecher von namenhaften Unternehmen, Beamte und Angestellte aller Art usw.

    In einem Internetforum organisierten wir uns, wir trafen uns, setzten uns gemeinsam hin und organisierten in Berlin u.a.O. Demos, Mahnwachen usw.
    Presserklärungen wurden dazu verfasst und herausgegeben.
    Bundestagsabgeordnete wurde angeschrieben, angerufen, im eigenen Wahlkreis aufgesucht.
    Zu Peer Steinbrück (damals Finanzminister) und dessen personellem Umfeld entstanden Kontakte. Es konnten persönliche Gespräche mit ihm geführt werden.
    Verschiedenste NGOs wurden „mit ins Boot geholt“ (Verbraucherverbände usw.)
    Es entstand ein reges und lebendiges Netztwerk.
    Es entstanden Regionalgruppen, die koordiniert zusammenarbeitenten…

    Wie gesagt: Es war für mich eine aufregende, aber auch eine interessante, lehrreiche Zeit.

    Diese Leute hatten alle volle Power und kämpften … und schließlich hatten wir Erfolg:
    Die Bundesregierung tat sehr viel in unserer Angelegenheit und wir bekamen das Geld zurücküberwiesen (nach 9 Monaten).

    Sicher ist es ein riesiger Unterschied, ob ERFOLGSMENSCHEN für etwas kämpfen, das ihnen genommen wird, oder aber „sozial Schwache“, die mit Depression, Hunger, Geldknappheit usw. zu kämpfen haben… aber LERNEN, konnte ich von denen jede Menge:

    Unser Frontmann (K.-H. B.) nutzte bestehende Pressekontakte (und Sympathien) und war bei Beckmann, Maischberger & Co. immer wieder auch als Gast (er war öfters in unsere Mission in ZDF-Begleitung – auch mit anderen gemeinsam – nach Island geflogen).

    Wir waren damals „nur“ ca. 30.000 Betroffene, von denen letztlich auch nur ein paar Hundert mehr oder weniger wirklich aktiv waren.

    Wenn ich von den Bemühungen der Betroffenen hier lese, frage ich mich, ob da nicht mehr geht, und ob die Betroffenen nicht mehr „Sand im Getriebe“ sein müssten, mehr in die Öffentlichkeit drängen müssten, mehr der Politik – auf gut Deutsch gesagt – mit solchen wie weiter oben angesprochenen Aktivitäten auf den Sack gehen müssten?
    … und sich vor allem mehr vernetzen und organisieren müssten?

    LG Schnutzel

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  13. Hoelderlin
    Jan 20, 2010 @ 15:00:51

    Hallo Schnutzel,

    Eure Geschichte habe ich sehr ausführlich über die Medien verfolgt und ich habe Euch sehr bewundert dafür, was Euch da gelungen ist. Nur wie Du schon so richtig festgestellt hast, geht es bei mir ganz einfach um das nackte Überleben, wie Du dass aus meinen Beiträgen(siehe „Tag“ Gesundheit)ersehen kannst.

    Wenn nicht im letzten Augenblick wenigstens ansatzweise Hilfe zur Verfügung geständen hätte, würde ich schon gar nicht mehr leben. In meiner ganzen Not habe ich mich an die Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas gewandt und hier um kostenlose Freitodbegeleitung gebeten, um wenigstens eine Erblindung unter qualvollen Schmerzen zu verhindern. Diese Hilfe ist mir auch von Dignitas gewährt worden und eigentlich wäre am 17. April 2009 um 11:00 meine Todesstunde gewesen. Es war vereinbart worden, dass ich noch in der Schweiz verbrannt und meine Asche in den Schweizer Bergen ausgestreut worden wäre. Nach Deutschland wollte ich nicht mehr zurück, noch nicht einmal als Toder. In einem Land wo man mit mir so umgeht, möchte ich nichts mehr zu tun haben.
    Jetzt ist der Termin erst einmal gestoppt worden, aber mit der verbindlichen Zusage, dass ich jederzeit über Dignitas sterben darf, wenn ich das möchte. Das Landessozialgericht Hamburg hatte endlich eine einstweilige Anordung erlassen und die Techniker Krankenkasse dazu verpflichtet zumindest vorläufig die Kosten für die notwendigen Augentropfen zu übernehmen.
    Wie lange dass so sein wird, steht absolut in den Sternen, da meine ehemalige Rechtsanwältin aus gesundheitlichen Termin einen Gerichtstermin verpasst hat und jetzt auch noch aus gesundheitlichen Gründen ganz ausgestiegen ist. Darüber entscheidet jetzt das Sozialgericht Hamburg. Zwar war Prozesskostenhilfe gewährt worden, doch ein neuer Rechtswalt verlangt 600 bis 1000 Euro, weil er sich ja jetzt in den Fall neu einarbeiten muss. Und das Geld habe ich mit Hartz IV nicht übrig. Das Sozialgericht ist darüber informiert worden. Ich warte hier auch auf eine Entscheidung.

    Des weiteren muss ich einmal im Quartal nach Erlangen in die Augenklinik fahren, weil dort die Spezialistn für meine Augenerkrankung sitzen. Natürlich zahlt auch hier die Krankenkasse die Fahrtkosten nicht und auch dagegen klagt ein weiterer Rechtsanwalt vor dem Sozialgericht und das zieht sich ohne Ende. Jetzt werden erst mal Gutachter beauftragt und das wegen lächerlichen Fahrtkosten von 170 Euro im Quartal, die ich aber mit Hartz IV nicht aufbringen kann. Bisher sind diese Fahrtkosten gespendet worden. Was aber leider kein Dauerzustand ist. Schon im Februar weis ich nich nicht,ob ich nach Erlangen fahren kann.

    Immerhin ist mir eine Pressekonferenz in Berlin gelungen (siehe: Eine Bankrotterklärung des Sozialstaates), auch beim Presseclub ist es mir gelungen diese Thematik unter zu bringen. Der WDR hat sogar am Montag drauf bei mir angerufen und Hilfe angekündigt, passiet ist jedoch gar nichts. Auch bei Hart aber Fair bin ich vorgedrungen und auf mein Fall wurde als Zuschauerredaktion benannt. Aber keinerlei Reaktion.

    So steht alles in der Schwebe und die einzige Sicherheit die mir bleibt, ist Dignitas, um das Schlimmste notfalls verhindern zu können.

    Noch schlimmer ist, dass ich selbst hochqualifiziert ausgebildet bin, mit mehreren Berufsausbildungen, Studium und div. Zusatzqualifikationen, nur eben halt im sozialen Bereich (siehe auch Schreiben an Bundeskanzler Gerhard Schröder), und da wird ja seit Jahren gekürzt ohne Ende und ich deshalb in dieser Armut von Hartz IV vegetieren muss. Zukünftige Altersarmut durch Hartz IV kommt noch mit hinzu.

    Ja und als Faulenzer, Sozialschmarotzer und Drückeberger darf man sich von der Wirtschaft und der Politik auch noch beschimpfen lassen.

    Ne, ich verstehe einfach nicht, warum die Menschen in diesem Land nicht endlich aufstehen und man einfach nicht bereit ist, sich gegenseitig zu unterstützen.

    Lass von Dir hören, Du bist ja immerhin jemand der Initiative ergreifen kann.

    Liebe Grüße Hoelderlin

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  14. Schnutzel
    Jan 20, 2010 @ 16:29:32

    Hallo Hölderlin,

    ich habe Deine Einträge gelesen und bin nach Deiner Antwort nun wirklich bestürzt, dass Du den Weg über die Schweiz bzw. über Dignitas nicht nur als hypothetische Möglichkeit zu betrachten scheinst.

    Ich leide (z.Zt.) an Depressionen und leider auch an weiteren Problemen, die in Richtung Borderline Symptomatik gehen… Habe ich mich in früheren Zeiten sehr stark über meine Arbeit definiert (Metallfacharbeiter), so habe ich nun die vollen Auswirkung der Langzeitarbeitslosigkeit in Form dieser Probleme. Durch Zwangsmaßnahmen tut mir niemand etwas Gutes: Einmal habe ich mich vergeblich auf einen neuen Berufsbereich (Büro, Buchhaltung etc.) abrichten lassen. Nun spüre ich nur noch Ausnahmezustand und Aversion, wenn sie mir mit meinen 57 Lenzen weiterhin mit der Fördern&Fordern-Leier kommen.
    Hallo? Ich bin 57 und sollte unlängst erst für ½ Jahr ein unbezahltes Praktikum machen.
    Die Qualifizierungsgesellschaft beim Aufnahmegespräch:
    „Wenn Sie wirklich keine Praktikumsstelle finden, dann könnten Sie auch Ihr Praktikum bei uns machen. Bedarf hätten wir, wenn Ihnen damit geholfen wäre …“

    Das ist alles kein böser Traum, oder?

    Ich wünsche und hoffe, dass Du schnellstmöglich eine Kostenübernahme bekommen kannst und wirst. Warst Du schon einmal auf dem Sozialamt vorsprechen? Normalerweise übernehmen die Kosten in letzter Instanz (sozusagen). Die medizinische Notwendigkeit der Augentropfen ist Dir doch bescheinigt, und auch die alle 3 Monate anfallenden Fahrtkosten. Versuchen kannst Du es doch einfach mal.

    Ich werde künftig mitlesen und versuchen zu raten und zu helfen, wenn ich kann.

    Nur mach bloß kein Scheiß mit Sterbehilfe und dergleichen: Damit tust Du Deinen Peinigern am Ende einen riesigen Gefallen, indirekt versteht sich:
    Leute, die entrüstet tun wie Bolle, wenn man die sie solchen ungeheuerlichen Fakten einmal konfrontiert: „Das haben wir nicht gewollt… nicht gewußt! Daran sind wir doch nicht schuld!“

    Klingt irgendwie sehr bekannt, oder?
    Denke nur mal an den Demjanjuk-Prozess: Ein 80ig-Jähriger kommt wiederholt aus den USA geflogen und sagt aus, um der Wahrheit und der Gerechtigkeit willen!
    DU DARFST NICHT AUFGEBEN … bitte!!!!!

    Liebe Grüße

    Nobbi

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  15. Hoelderlin
    Jan 20, 2010 @ 17:18:53

    Liebe Schnutzel,Nobbi

    Ja, dass ist leider so, dass ich mir ganz bewusst den Weg zu Dignitas eröffnet habe und nicht weil ich Depressionen habe, sondern ich mir von dieser verdammten Bande aus Politik und Wirtschaft einfach nicht mehr alles bieten lasse.

    Es ist leider so, dass seit Hartz IV auch das Sozialamt nicht mehr einspringen darf. Meine Rechtsanwältin und ich haben Anträge und Klage erhoben gegen das Amt für Grundsicherung (früher Sozialamt), gegen die Hamburger ARGE, als auch gegen die Techniker Krankenkasse. Keiner war bereit die Kosten zu übernehemen und die hätten mich eiskalt verrecken lassen.

    Und der Gesetzgeber hat das so geregelt, dass das was die Krankenkasse nicht bezahlen muss, auch die ARGE und auch nicht das Grundsicherungsamt bezahlen müssen. Und selbst dann nicht, wenn ich unter qualvollen Schmerzen mein Augenlicht verlieren würde.
    Obwohl das nach dem Grundgesetz verboten ist, handelt der Gesetzgeber so. Und es ist wirklich so, dass ich schon regelrecht habe hungern müssen, um die Medikamente noch bezahlen zu können. Ja und die Polizei war bei mir und wollte mich deshalb in die Psychiatrie stecken. Glaub ich es noch. Und ich habe keine psychischen Probleme, sondern einfach nicht genug Geld, um mir was zu essen kaufen zu können. Und nur von billigen Nudeln kann ich ja auch nicht dauerhaft überleben. Wenn ich da im letzten Augenblick von Ausssen keine Hilfe bekommen wäre, wäre ich notfalls in die Schweiz geträmpt, um dort über Dignitas wenigstens menschenwürdig sterben zu können. In meiner Nähe gibt es ganz einfach keine Ausgabestelle der Tafel, wo ich wenigstens ab und zu mal was zu essen bekommen hätte. Eine Suppenküche gibt es bei mir auch nicht in der Nähe.

    Und seit Hartz IV ist es so geregelt, dass dann noch nicht einmal das Grundsicherungsamt(früher Sozialamt)dafür aufkommt. Wenn die ARGE nicht bezahlt, habe ich eben Pech gehabt und ich muss dann halt verhungern. Du wirst sicherlich verstehen, dass ich mir dass nun wirlich nicht mehr zumuten möchte. Und über eine Brücke möchte ich auch nicht springen müssen. Da trämpe ich lieber in die Schweiz und sterbe über Dignitas, die mir das auf Grund meiner sozialen Lage kostenlos angeboten haben, um nicht unnötig leiden zu müssen.

    Sie haben ja über Hartz IV auch eiskalt einen 2o-jährigen psychisch Kranken aus Spyer verhungern lassen. Kannst Du alles im Internet nachlesen.

    Und irgendwann ist ganz einfach Schluss und ich gehe dann eben. Alles lasse ich mit mir nun wirklich nicht machen.

    Na ja, ich habe anlässlich der Klage gegen Hartz IV vor dem Bundesverfassungsgericht, die Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet, diese ganze Angelegenheit zur Kenntnisnahme an das Bundesverfassung weiter geleitet.

    Kann man nur hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht dieses gesamte Unrechtsgesetz Hartz IV für verfassungswidrig erklären wird.

    Liebe Grüße Hoelderlin

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  16. Schnutzel
    Jan 20, 2010 @ 17:46:40

    Hallo Hölderlin,

    in den Zeiten, in denen wir Kaupthing-Geschädigten alle Register ziehen mussten, hatte ein Prof. (aus unseren Reihen) auch hier mindestens drei kluge Anfragen zum Thema direkt an die Bundeskanzlerin Angela Merkel eingestellt!

    Diese sehr fundierten und detaillierten Anfragen wurden auch beantwortet (vermutlich durch Referenten o.ä.)

    Immerhin hättest Du dann aber ein Statement der Bundeskanzlerin, das sich „weiterverwenden“ und verwerten lässt … evt. auch justizialbel (wenn Du verstehst, was ich meine … )

    Hier die Website:
    http://www.direktzurkanzlerin.de/

    Trage Dein persönliches Anliegen vor (das mit Dignitas würde ich aber weglassen. Das sieht in solchem Zusammenhang nicht gut aus bzw. hat etwas von … Druck der üblen Art, Du wirst wissen, wie ich’s meine.)
    Und stelle auch gleich den Zusammenhag auf den stellvertretenden Charakter Deines Anliegens für viele andere in derselben Not her!

    Mach das!

    Liebe Grüße

    Nobbi Schnutzel

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  17. Sayren
    Jan 20, 2010 @ 18:55:40

    Hallo Hoelderlin,

    wenn ich hier mitlese bin ich einfach nur noch überrumpelt von den ganzen Berichten, die sich fast unmittelbar in meiner Nähe passieren. Eigentlich war ich auf der Suche nach Informatinen für meine Beschreibung was Reittherapie ist, aber dann bin ich auf das hier gestoßen und habe mich darauf eingelassen hier alles einmal näher durchzulesen.

    Wenn man hier unten angelangt hat fühlt man sich im warsten Sinne des Wortes erschlagen, erschlagen von dieser „unwirklichen“ Welt in der wir leben. Oft hört man, dass jede noch so grausame Fiktion nicht so brutal sein kann wie die Realität und das habe ich mit dieser Erzählung leider wieder einmal bestätigt bekommen.

    Ich bin wohl die Jüngste im Bunde mit meinen 24 Jahren, doch habe ich auch schon einige Sachen durch in meinem Leben.

    Als ich von deinem Regelsatz hörte was wofür vorgeschrieben ist bin ich noch weniger von Hartz 4 beeindruckt, was ich eh nie war. Ich hasse dieses Gesetz, ebenso deren Erfinder.
    Für ein halbes Jahr war ich bei der Bundesagentur für Arbeit angestellt und es war der reinste Witz was dort abging. Vom Steuergeld wurden sogar monatliche oder wöchentliche Zeitschriften gedruckt, damit die Leute auch gut mit Informationen versorgt wurden. Wozu? Gute Frage. Ging was kaputt? Egal, ist ja nicht das Geld der Arbeitnehmer. Ach ja und mindestens eine Kaffeepause pro Stunde von 10 Minuten muss dann auch mit drin sein, mindestens, weil sonst kann man nicht darüber lästern das man so im Stress sei.

    Und genau in dieser Zeitschrift stand einmal ein Bericht, der davon berichtete, dass Herr Hartz vor Gericht ging, weil er mit seinen „kleinen“ Rente von „nur“ 10.000 EUR nicht auskäme, aber im Gegenzug spricht er davon, dass ein normaler Bürger mit so wenig aus zu kommen hat! Danke Staat.

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich schon oft auf Jobsuche war und das ich dann schief angesehen wurde, wie ich doch in meinem Alter arbeitslos sein könnte! Sowas aber auch. Zudem habe ich mich für meinen Ausbildungsbetrieb aufgeopfert und einen Arschtritt bekommen. Was mit mir ist, ist egal, da jeder nur eine Zahl in einem System ist, die erstetzt werden kann. Das ist die Lehre, die ich bis jetzt ziehen konnte.

    Mich wundert es auch, dass viele nichts tun oder sagen. Ich habe mir auch einmal erlaubt vor der vorletzten Wahl herumzufragen wer denn wen so wählt und warum. Die 99 %zige Antwort war: Weil ich das immer so tue. Ich finde das ist kein Argument und ich finde es gut, dass man hier endlich mal vor Augen geführt bekommt, was da draußen abgeht. Denn das es so krass ist mit diesem Scheiß Hartz 4, oh, pardon Arbeitslosengeld 2 hätte ich nie gedacht. Auch ich habe mich weitergebildet, habe geschaut das ich vorwärts komme, aber was höre ich? Ich bin zu jung, zu teuer weil ich meine 1000 EUR netto im Monat haben möchte und das ich noch eingelernt werden muss ist auch ganz fürchterlich. Aus diesem Grund kommen nur Absagen und das sehr direkte, nämlich das ich nicht geeignet bin – nichtmal für die Ablage von Unterlagen, weil man mir dann auch etwas zeigen müsste. Und dann werden die Jüngeren angemacht, dass sie keine Kinder kriegen?

    Das du es in Betracht ziehst dir das Leben zu nehmen finde ich hart, sehr hart. In dieser Position bin ich gespalten, da ich auf der einen Seite sage, ja, ich verstehe es, auf der anderen aber sage ob man de,m, der einem das Leben nicht gönnt, gewinnen lassen möchte. Du hast hier diesen Schritt gewagt in die Öffentlichkeit zu gehen, es zumindest im Netz öffentlich zu machen und das finde ich sehr gut, denn so hätte keiner je davon erfahren. Auch wenn ich mich frage, warum keiner an die Öffentlichkeit geht oder in Foren nach Gleichgesinnten sucht um sich dann zu mobilisieren. Du hast doch was geschaffen, du hast gelernt, warst und bist zielstrebig. Ich bewundere dich dafür. Bitte gib nicht auf, auch wenn du wahrscheinlich oft sehr weit unten bist und das ist auch nur zu verständlich. Ich finde es eine Frechheit wie man mit dir umgeht. Ich dachte die Sendungen interessieren sich dafür, halten ihr Wort, aber nicht einmal das. Nach außen hin tuen immer alle schön, aber was im Hintergrund passiert erfährt später keiner.
    Natürlich ist es schöner in der Sendung davon zu sprechen, dass jemanden geholfen wurde, doch ob die Hilfe je ankommt ist eine andere Sache, weil sie eh nicht mehr publik gemacht wird. Daher fand ich deine Erzählung darüber sehr interessant. Gib nicht auf, kämpfe weiter!!! Ich find es klasse, dass du vor Gericht ziehst, dass du kämpfst!

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  18. Hoelderlin
    Jan 20, 2010 @ 19:20:38

    Hallo Schnutzel,

    folgendes habe ich bei direktzurkanzlerin eingetragen:

    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

    ich möchte Ihnen gerne folgende Frage stellen:

    Müssen in diesem Land Hartz VI – Betoffene oder auch andere arme Menschen z. B. durch Hungerlöhne und zukünftige Altersarmut, bedingt durch Hartz IV zwischen Verhungern und notwendige Medikamente entscheiden?

    Folgender Hintergrund:

    Seit dem Jahre 2008 bin ich von einer schweren Siccaproblematik betroffen, d.h. die schützende Tränenflüssigkeit ist in der Herstellung komplett zusammengebrochen. Deshalb wird das Auge so geschädigt, dass ich unter qualvollen Schmerzen auf beiden Augen erblinden müsste. Abhilfe schaffen hier nur teure konservierungsfreie Augentropfen. Es entstehen hier Kosten von über 120 Euro monatlich, die von der Krankenkasse nicht bezahlt werden, weil diese Augentropfen zu den nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten gehören. Zu diesen Augentropfen gibt es keine Alternativen. Die Augentropfen müssen bis zu meinem Lebensende genommen werden, da diese Krankheit nicht heilbar ist.

    Durch gesetzliche Regelungen, die auch die CDU zu verantworten hat, werden solche Kosten auch nicht mehr vom Grundsicherungssamt oder der zuständigen ARGE in Hamburg übernommen.
    Dadurch stehe ich vor der Situation mich zwischen Ernährung und Erblindung entscheiden zu müssen. Dagegen läuft vor den Sozialgerichten in Hamburg seit mehr als 1 Jahr eine Klage gegen das Grundsicherungssamt, der Arge Hamburg und der Techniker Krankenkasse. Denn wie sollte ich auch von lächerlichen 359 Euro, die mehr zum Sterben als zum Leben reichen, auch noch über 120 Euro monatlich, neben Praxisgebühr und sonstigen Zuzahlungen für medizinisch notwendige Augentropfen aufbringen. Einen entsprechenden Befund der Augenklinik Erlangen kann ich Ihnen zur Verfügung stellen.

    »Die Nachbarn haben die Polizei gerufen« Junge Welt

    L. (58) ist Diplompsychologe und leidet an einer selten starken Form des »Trockenen Auges«. Diese Krankheit gilt gegenwärtig als unheilbar. Er lebt in Hamburg von Arbeitslosengeld-II

    Die Symptome sind ständige Augenreizungen, gerötete Augen und Bindehautentzündungen, tränende Augen und ein Fremdkörpergefühl. Die »Sicca-Problematik«, so ist der medizinische Fachausdruck, gilt noch als unheilbar. Um einen Verlust an Sehkraft zu verhindern, ist eine Dauerbehandlung nötig, ich muß bis zu 126 Euro im Monat für Medikamente ausgeben. Und das bei einem Regelsatz von 351 Euro, in dem 40,22 Euro für Gesundheitspflege vorgesehen sind.

    Welche Medikamente benötigen Sie regelmäßig?

    Nichtverschreibungspflichtige Augentropfen und Salben

    Sowohl die ARGE Hamburg , das Grundsicherungssamt als auch die Techniker Krankenkasse weigern sich, die Kosten zu übernehmen. Auch die Fahrtkosten zur Sicca- Sprechstunde in Erlangen nicht. Ohne Unterstützung von Dritten hätte ich nicht dorthin fahren können.

    Mußten Sie wegen der Kosten für die Medikamente schon am Essen sparen

    Ja, ich habe deshalb schon regelrecht gehungert. Leider war auch die »Tafel« für mich keine Alternative, weil es die nur in »sozialen Brennpunkten« gibt und da wohne ich nicht; dorthin müsste ich entweder schwarz fahren oder es wäre für mich kaum eine Kostenersparnis.
    Meine Nachbarn haben die Polizei gerufen, als ich ihnen das erzählt habe.

    Die Polizei?

    Ja, die Polizei ist mitten in der Nacht angerückt, hat an meiner Tür geklingelt und wollte mich ins Krankenhaus einliefern. Das hätte mir aber nichts genutzt, denn so bald ich im Krankenhaus gewesen wäre, hätte die ARGE gleich wieder meinen Regelsatz gekürzt. Die Polizisten waren dann einigermaßen ratlos. Sie haben mir eine Karte dagelassen und meinten, ich solle anrufen, wenn ich noch einmal in die Lage käme, für meine Medikamente zu hungern. Dann würden sie mich zwangsweise in die Psychiatrie einweisen.

    Was haben Sie daraufhin gesagt?

    Ich habe mich natürlich dagegen verwahrt und gesagt, »ich bin kein Fall für die Psychiatrie, sondern der Staat entzieht sich seiner Fürsorgepflicht«. Ich habe versucht, ihnen zu erklären, daß ich finanziell gezwungen bin, mich zwischen Essen und Medikamenten zu entscheiden. ……………….

    Mit freundlichen Grüßen

    Ob der Kommentar auch freigeschaltet wird, weis ich leider nicht, dass muss abgewartet werden. Dass das was bringen soll, wage ich eher zu bezweifeln. Wenn überhaupt kommt garantiert nur eine allgemein gehaltene Antwort mit der niemand etwas anfangen kann. Wollen wir wetten drum?

    Der Zeitungsartikel: „Die Nachbarn haben die Polizei gerufen“ musste stark gekürzt werden, da nur eine begrenzte Anzahl (600)an Wörtern eingegeben werden darf.

    Liebe Grüße Hoelderlin

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    Antworten

  19. Hoelderlin
    Jan 20, 2010 @ 20:12:33

    Hallo Sayren,

    Das mit dem Kämpfen ist so eine Sache. Wenn Du schon hungern musst in diesem Land, dann kannst Du einfach nicht mehr kämpfen. Und wenn Du vor Schmerzen keine Nacht mehr schlafen kannst, dann wünschst Du Dir ganz einfach nur noch den Tod.

    Und glaube mir mal, ich bin Dignitas sehr dankbar, dass sie mich kostenlos wenigstens menschenwürdig für immer einschlafen lassen. Was willst Du denn auch machen. Stell Dir doch mal vor, Du erblindest unter qualvollen Schmerzen, Du kannst einfach die notwendigen Medikamente nicht bezahlen und dann wäre das Elend nicht vorbei gewesen. Die Augen müssten komplett entfernt werden, weil ja die fehlende Tränenproduktion die Augen unter qualvollen Schmerzen weiter schädigen würde.

    Hinzu kommt, dass ich keine Angehörigen mehr habe und ich mit dieser Situation komplett alleine dar stehen würde. Und dass muss ich nun wirklich nicht auch noch haben.

    Und das mit der Solidarisierung kannst Du in Deutschland doch schon lange vergessen, sonst wäre doch Hartz IV gar nicht möglich gewesen. In diesem Land denkt doch jeder nur an sich, hauptsache mich trifft es nicht, ist doch das Thema, wie es dem Anderen geht ist doch vollkommen egal. Bis es die Leute dann selbst trifft, dann ist das Geschrei riesen groß.

    Ich hoffe, dass Du mich ein wenig verstehen kannst und Danke für Deine Anteilnahme.

    Liebe Grüße Hoelderlin

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    Antworten

  20. Schnutzel
    Jan 20, 2010 @ 20:59:26

    Hallo Hölderlin,

    wenn Deine Anfrage freigeschaltet ist, dann werde ich selbstredend dafür stimmen.
    Ich denke, wir können hier in Blogland sicher einige Stimmen aktivieren…

    Warten wir die Antwort ab. Dort wird auf jeden Fall gelesen … will sagen: Dort wird mitgelesen…

    Mal sehen, was kommt. Je mehr dafür stimmen, desto besser die Chance auf eine (baldige) Beantwortung.

    Liebe Grüße

    Nobbi

    Liken

    Antworten

  21. Hoelderlin
    Jan 20, 2010 @ 23:37:00

    Hallo Schnutzel,

    also ich werde auf jeden Fall an dieser Stelle sofort informieren, wenn mein eintrag freigeschaltet worden ist und dann liegt es an Euch diese Anfrage zu unterstützen.

    Hoelderlin

    Liken

    Antworten

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