Ein Schreiben aus der Staatskanzlei Rheinland Pfalz in Mainz

Ein Schreiben aus der Staatskanzlei Rheinland Pfalz in Mainz :yawn:

Der Hintergrund:

6. April 2001 / Bildzeitung: Gerhard Schröder / Bundeskanzler:

„Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarität rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft! Das bedeutet konkret: Wer arbeitsfähig ist, aber einen zumutbaren Job ablehnt, dem kann die Unterstützung gekürzt werden. Das ist richtig so. Ich glaube allerdings, dass die Arbeitsämter die entsprechenden Möglichkeiten noch konsequenter nutzen können.“

Der damaliger SPD Parteibundesvorsitzende Kurt Beck im Dezember 2006 auf dem Weihnachtsmarkt in Wiesbaden gegenüber einem Arbeitslosen / Hartz IV – Betroffenen, der gegenüber dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten die Hartz IV – Gesetzgebung scharf kritisierte:

„Waschen und Rasieren sie sich erst einmal, dann haben Sie in 3 Wochen auch einen Arbeitsplatz“

Folgende Ausbildungen kann ich vorweisen:

Gärtnerlehre – Gesellenbrief, bei der Bundeswehr eine komplette Sanitäterausbildung, Erzieherausbildung mit fachgebundener Fachhochschulreife, Grundstudium Sozialarbeit, Studium der Psychologie, Nebenfach Kriminologie, Abschluss Dipl. Psychologe, Ausbildung zum Systemischen Familientherapeuten, Ausbildung zum Manager für Non – Profit – Organisationen in Zusammenarbeit mit der Privatuniversität Witten – Herdecke. Diverse Computerschulungen kommen noch hinzu. Assesment Center und unzählige sinnlose Bewerbungstrainings zur Statistikbereinigung.

Vermeintliche Vermittlungsbemühungen durch sogenannte „Dritte“ und „Maatwerk“ kommen noch hinzu. Nicht ein einziges Bewerbungsgespräch ist dabei heraus gekommen. Private Arbeitsvermittler haben mich gar nicht erst angenommen, weil die natürlich wussten, dass seit vielen Jahren bezüglich gut qualifizierter Fachkräfte im öffentlichen Dienst gespart wird ohne Ende. Man braucht ja nur mal zu versuchen in einer Familienberatungsstelle einen Termin zu bekommen. Falls man dort überhaupt noch auf einen Psychologen trifft.

Arbeitslos seit 1992 und das ist kein Spass mehr. Natürlich weil ich ein fauler Arbeitsloser, Sozialschmarotzer und Drückeberger bin. Die ganzen Ausbildungen habe ich natürlich deshalb gemacht, um mich dann anschließend in die sogenannte soziale Hängematte von Hartz IV mit garantierter Altersarmut zu legen. So von wegen kein Recht auf Faulheit nach Gehrhard Schröder oder altrömischer Dekadenz nach Westerwelle.

RheinlandPfalz

Der Chef der Staatskanzlei

Peter-Altmeier-Allee 1
Telefon (0 61 31) 16 47 03
Telefax (0 61 31) 16 21 88

55116 Mainz

22. Januar 2007

Herrn
M. L.

Sehr geehrter Herr L.,

Ihre Bewerbungsunterlagen wurden mir im Rahmen der Kundgebung am 02. Januar 2007 öffentlich übergeben.

Ich darf Ihnen versichern, dass Ministerpräsident Kurt Beck Ihre Situation sehr gut nachvollziehen kann, weiß er doch aus persönlichen Gesprächen, aber auch aus der Vielzahl der Briefe, die ihn erreichen, was Arbeitslosigkeit bedeutet.

Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen [Anmerkung der Red.: inzwischen vergeblich seit Jahrzehnten] sind für den Ministerpräsidenten oberstes politisches Ziel, dessen Erreichung er mit ganzer Kraft verfolgt. Für ihn selbst und für die von ihm geführte Landesregierung geht es dabei insbesondere darum, die Rahmenbedingungen für neue Arbeitsplätze und die Erhaltung bestehender Arbeitsplätze zu schaffen.

Einen direkten Einfluss auf die Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei privaten Firmen kann und darf der Ministerpräsident in seiner Funktion als Regierungschef für alle Bürgerinnen und Bürger des Landes Rheinland – Pfalz aber nicht nehmen. [Anmerkung des Autors.: aber Arbeitslose in die Verelendung von Hartz IV zu treiben oder sich an der Hetze gegen Erwerbslose zu beteiligen in seiner Funktion als Regierungschef, dazu ist ein Kurt Beck dann offensichtlich sehr wohl in der Lage]

Auch liegen weder mir noch der Staatskanzlei weitere verbindliche Stellungsangebote von Arbeitgebern vor, die ich an Sie weiterleiten könnte.

Um Ihnen dennoch im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen, habe ich die für Sie zuständige Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Kiel gebeten zu prüfen, inwieweit die Vermittlungsbemühungen für sie intensiviert werden können.

Sobald mir die Antwort vorliegt, werde ich sie informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Stadelmaier

Anmerkung des Autors:

Herausgekommen ist natürlich absolut rein gar nichts, außer, dass mich die ARGE Hamburg zur Ausbeutung per Zwangsarbeit unter Sanktionsandrohungen bis zur Obdachlosigkeit und dem Hungertod zwingen wollte.

Folgendes wurde mir vorgeschlagen:

Auf der Basis eines Sozialpädagogen die Wiedereingliederung von Obdachlosen in die Gesellschaft in Hamburg auf St. Pauli. Die notwendige Ausbildung ist ein mindestens 6 bis 7 Semester langes Studium an der Fachhochschule mit anschließendem Anerkennungsjahr. Meine Ausbildung inklusive Weiterqualifikationen liegen weit darüber.

Bezahlung:

Der Verelendungsregelsatz Hartz IV + 1 Euro Aufwandsentschädigung, abzüglich jeglicher Unkosten wie Fahrtkosten und keinerlei Sozialleistungen wie Beiträge in die Renten und Arbeitslosenversicherung. Bis auf den symbolischen Beitrag für Langzeitarbeitslose, der pro Jahr eine monatliche Rentenanspruch von 2,19 Euro bringt, also zukünftige Altersarmut mit absoluter Sicherheit garantiert ist.

Hinzu kommt, dass die Rot-Grüne – Bundesregierung (1998 bis 2005)jegliche Anerkennung von Ausbildungszeiten bei der Rente komplett gestrichen hat, mit der Begründung, dass wir als Akademiker mit unseren Verdiensten die verlorene Zeit ja ausgleichen können.
Diese Ausbeutung konnte mit Hilfe meiner damaligen Hausärztin verhindert werden.

Es grüßt die altrömische Dekadenz des Herrn Westerwelle!!

Siehe auch ein zweites Schreiben aus der Staatskanzlei Rheinland – Pfalz / Mainz
http://hoelderlin.blog.de/2010/03/07/schreiben-staatskanzlei-rheinland-pfalz-mainz-8132565/

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. madFox
    Mrz 07, 2010 @ 17:14:18

    Hallo,

    leider glaube ich, daß jede Bemühung, die Entscheidungsträger auf ihre eigenen postulierten Ansprüche hinzuweisen und daraufhin zur Rechenschaft zu ziehen, verlorene Zeit ist.
    Schon im Heim wurde uns klar, daß Worte und Taten der Mächtigen nicht in Übereinstimmung zu bringen waren. So wie damals ist auch heute die Arroganz der Macht entscheidendes Kriterium für tatsächliche Durchsetzung.
    Vielleicht wird sich einmal die Schizophrenie der Herrschenden so deutlich offenbaren, daß selbst die Dümmsten beginnen Konsequenzen zu ziehen.
    Für wahrscheinlicher halte ich, daß etwa 2/3 der Gesellschaft weiterhin die demokratisch legitimierte Macht vertreten, um das verbleibende Drittel sehr freundlich zu dominieren.
    Mal sehn.
    Alles Gute
    Walter

    Liken

    Antworten

  2. Hoelderlin
    Mrz 07, 2010 @ 17:32:45

    Na ob die Dümmsten in unserer Gesellschaft und davon gibt es leider sehr Viele zum Aufwachen zu bekommen sind, da habe ich doch so meine Zweifel.

    Wie ist es denn dann möglich, dass solch ein Spinner wie Westerwelle deart die Medien dominieren kann.

    Die Show bei Maybrit Illner war ja einfach unerträglich. Aber von Maybrit Illner kann man auch nichts anders erwarten.

    Liebe Grüße Hoelderlin

    Liken

    Antworten

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