Auftaktrede 10.10.10 – Krach schlagen statt Kohldampf schieben – Demo in Oldenburg

Auftaktrede 10.10.10 – Krach schlagen statt Kohldampf schieben – Demo in Oldenburg 🙄

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wir sind hier, wir sind schon jetzt mehr als Zweitausend, und wir sind laut!

Wir sind laut, weil wir eine Stinkwut im Bauch haben! 5 Euro mehr HartzIV sind ein Schlag ins Gesicht aller Erwerbslosen, aber sie sind auch ein Schlag ins Gesicht aller Lohnabhängigen, die jederzeit in Erwerbslosigkeit und HartzIV landen können. Sie sind ein Schlag ins Gesicht all der Menschen, die auf eine menschenwürdige Grundsicherung angewiesen sind, ob für kurze Zeit zwischen zwei Jobs oder für längere Zeit, weil es nicht genug existenzsichernde Arbeitsplätze gibt, oder weil es keine vernünftige Kinderbetreuung gibt in diesem Land. Sie sind ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die mit ihrer innersten Überzeugung für eine gerechte und solidarische Gesellschaft eintreten!

Wir sind hier, und wir sind laut, weil wir uns das nicht gefallen lassen werden!
Und wir sind heute so viele hier, weil wir uns organisiert haben! Wir haben uns in unseren Städten als Erwerbslose, Jobber, prekär Beschäftigte und Gewerkschafter zu Initiativen zusammengeschlossen, weil wir begriffen haben, dass sie uns einmachen, wenn wir allein bleiben.

Wir haben uns mit unseren Initiativen zu regionalen und bundesweiten Netzwerken zusammengeschlossen, weil wir begriffen haben, dass wir ihren Lügen, ihrer Hetze und ihrer menschenverachtenden Politik ausgeliefert sind, wenn wir uns gegeneinander ausspielen lassen.

Zeigen wir Ihnen, dass wir mit einer Stimme sprechen können! Und seien wir laut, damit wir im ganzen Land unüberhörbar werden! Lasst uns alle begrüßen, die in den Erwerbslosenausschüssen von verdi organisiert sind und damit zeigen, dass der Kampf gegen Erwerbslosigkeit und prekäre Arbeit auch aus den Gewerkschaften heraus geführt werden muss!

Lasst uns alle begrüßen, die über die Koordinierungsstelle der gewerkschaftlichen
Erwerbsloseninitiativen organisiert sind und damit zeigen, dass eine kämpferische
Erwerbslosenarbeit einen eigenen Platz in den Gewerkschaften braucht!

Lasst uns alle begrüßen, die sich im Erwerbslosenforum Deutschland zusammengeschlossen haben und uns immer wieder zeigen, dass organisierte Erwerbslose in der Lage sind, sich auch in den Medien professionell Gehör zu verschaffen.

Lasst uns alle begrüßen, die sich in den verschiedenen Gruppen des Aktionsbündnisses Sozialproteste organisert haben und damit zeigen, dass der Kampf um soziale Gerechtigkeit von unten und in Ost und West gemeinsam geführt werden kann.

Lasst uns die MitstreiterInnen des Projekts Tacheles begrüßen, denen es mit ihrer sozialpolitischen Kompetenz und ihrer klugen Aufklärungsarbeit immer wieder gelingt, die herrschende Öffentlichkeit zu durchbrechen und unsere Positionen wirksam zu positionieren.

Lasst uns die Milchbauern begrüßen, die im Bundesverband deutscher Milchviehhalter organisiert sind und die mit ihrer solidarischen Teilnahme an dieser Demo zeigen, dass sich die von der Krise
betroffenen gesellschaftlichen Gruppen nicht länger gegeneinander ausspielen lassen.

Lasst uns all’ die Menschen begrüßen, die sich seit Jahren in Erwerbsloseninitiativen im ganzen Land und in Dachorganisationen wie der Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen gegen die unwürdigen Hartz-Gesetze engagieren.

Lasst uns die Asylbewerber, MigrantInnen und ihre unterstützenden Organisationen begrüßen, die mit ihrem mutigen Widerstand gegen Zwangsabschiebungen, Kasernierung, rassistische Vorurteile und Sonderbehandlungen zeigen, dass wir nur gemeinsam und auf internationalistischer Basis bessere Lebensbedingungen für alle erstreiten können.

Lasst uns alle anderen Menschen begrüßen, die heute hierher gekommen sind, weil sie mit uns zusammen für ein menschenwürdiges Einkommen streiten wollen und damit zeigen, dass wir einer weiteren gesellschaftlichen Ausgrenzung und Spaltung von unten etwas entgegensetzen können.

Liebe Freundinnen und Freunde!

Wir können schon allein darauf stolz sein, dass all diese verschiedenen Netzwerke und gesellschaftlichen Gruppen heute hier unter einer gemeinsamen Forderung zusammen demonstrieren. Aber das reicht natürlich nicht. Diese Demo heute hier in Oldenburg soll der Auftakt und das Symbol dafür werden, dass wir mindestens 80 Euro mehr für Lebensmittel im Regelsatz von Hartz IV durchsetzen werden!

Natürlich sind 80 Euro mehr für Lebensmittel sofort nicht alles, was wir fordern. Wir wollen eine menschenwürdige Existenzsicherung in einer Höhe, die dem gesellschaftlichen Reichtum angemessen ist, ohne Wenn und Aber und für alle Menschen, die hier leben. Wir wollen menschenwürdige, gerechte, solidarische und ökologische Arbeits- und Lebensbedingungen ohne Ausbeutung, Ausgrenzung und Unterdrückung – und zwar für alle Menschen auf der ganzen Welt!

80 Euro mehr für Lebensmittel sofort, diese Forderung ist der erste Schritt auf diesem Weg, den wir gemeinsam gehen. Lasst uns diese 80 Euro mehr zum Symbol dafür machen, dass wir selbstbewusst und solidarisch handeln können, dass wir HartzIV abschaffen können, dass wir die Gesellschaft verändern können, ja, dass wir die Welt verändern können, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen. Eine bessere Welt ist möglich!

Liebe Freundinnen und Freunde!

Mit unserer Demonstration hier und heute werden wir eine für unser Land historisch neue Form des Protests begründen: Krach schlagen auf Kochtöpfen!

Krach schlagen auf Kochtöpfen signalisiert, dass es ans Eingemachte geht, dass selbst in einem der reichsten Länder auf der Erde das elementare Grundbedürfnis nach gesunder Ernährung verletzt wird. Und allein das sollte den Verantwortlichen in diesem Land die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Aber wir wissen, dass diese Menschen zu Charaktermasken des Profits geworden sind und menschliches Mitgefühl und Solidarität anscheinend nicht mehr empfinden. Und deshalb steht Krach schlagen auf Kochtöpfen auch für unsere Wut und Entschlossenheit, dieses unmenschliche System des Profits Geschichte werden zu lassen.

Wir werden nicht den Fehler machen, auf die strukturelle Gewalt des HartzIV-Systems und die reale Gewalt der Polizeiknüppel unsererseits mit Gewalt zu antworten. Auf ihre soziale Kälte antworten wir mit unserer menschlichen Wärme, auf ihre Ausgrenzung antworten wir mit Zusammenhalt – Kochtopf statt Kalaschnikow!

Liebe FreundInnen und Freunde!

Damit unser Krach schlagen nicht nur chaotisches Krach schlagen bleibt, sondern schon darin sich ausdrückt, dass wir uns organisieren und koordiniert handeln können, haben wir für diese Demo einen Trommelrhythmus vorbereitet. Diesen Trommelrhythmus werden wir jetzt gemeinsam unter der Anleitung von Rüdiger ausprobieren.

Wir wünschen uns allen eine laute, bunte, friedliche und kraftvolle Demo: 80 Euro mehr für Lebensmittel – sofort!

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Der Blogwart 2.0

Wollte ursprünglich mal über nette Hobbies schreiben, bin dann aber in der "Twilight Zone" des politischen Alltags gelandet.

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Eine unzensierte Kommunikation zwischen einem Sozialhilfeempfänger und dem Sozialamt Bern und Ämter. Dieses Archiv (Mirror1) ist den BGE Generationen gewidmet (Quelle: tapschweiz.blogspot.ch)

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Nicht nur Kritik am Arbeitsamt

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