Die Zukunft einer gegenwärtigen Vergangenheit

Die Zukunft einer gegenwärtigen Vergangenheit

Von Hans-Wolff Graf

Der kleine Bub zum Vater spricht: „Wann hast Du Zeit für mich?
Ich möchte spielen, raufen, laufen und dazu brauch’ ich Dich!
Laß doch die Arbeit Arbeit sein, die ist doch nicht so wichtig.
Schenk mir die Zeit und spiel mit mir, erst dann nutzt Du sie richtig.“
Die Welt, das Geld – was kümmert ihn die Politik, der Staat,
Afghanistan und der Iran, solang er Papi hat.

Der Sohn zu seinem Vater spricht: „Was ist das – Politik?
Warum schießt der denn gegen den – was ist denn ein Konflikt?
Warum sind Schwarze nicht viel wert und Juden eine Plage?
Warum ist dort ein Bürgerkrieg und was heißt Ost-West-Frage?
Warum ist in der dritten Welt denn ständig Hungersnot?
Warum wirft man denn tonnenweise Obst und Kartoffeln fort?
Warum muß der, der spart, bezahlen? Was sind denn schwarz’ und rote Zahlen?
Was sind denn Grüne, Schwarze, Rote? Warum gibt’s dort so viele Tote?
Was ist denn besser: Moslem – Christ? Warum frißt uns der Kommunist?
Du nanntest dies ein Krisenjahr. Ist Tag nicht Tag und Jahr nicht Jahr?“

Zu Weihnachten und im Advent schmilzt Fröhlichkeit die Herzen:
„Papi – hat jetzt auf dieser Welt kein Mensch mehr Leid und Schmerzen?“

Der Mann zu seinem Vater spricht: „Wie konnte das geschehen?
Hast Du und Deine Generation das Unheil nicht gesehen?
Schau in den Fluß, schau in die Welt – nur Dreck und Schmutz und Krieg,
Angst, Not und Hunger, Korruption, Intrige, welch ein Sieg
des eitlen Homo sapiens – der ganzen Erde Segen –
wie sollen wir auf diesem Schrott, den ihr gesät, noch leben?“

Der Mann ergründet seine Zeit, lebt, zahlt und strebt nach mehr,
nach vielen Jahren kehrt er heim, den Kopf von Träumen leer.

Der Greis am Grab zum Vater spricht: „Heut’ kann ich Dich verstehen.
Als Bub und Sohn hab’ ich den Wald vor Bäumen nicht gesehen.
Du warst ein Mensch – ich bin es auch – wir alle sind dies nur,
nicht mehr, doch auch nicht weniger – ein Rädchen der Natur.
Wir sind die Zwerge, deren Macht viel größer als ihr Geist.
Dies wissen, heißt zu ahnen nur, was Weisheit wirklich heißt.“
Wie lange wird es dauern, bis es Menschen gibt, die leben.
Und nicht sich selbst in Zwänge legen, um g’rad’ zu über – leben.

(für Christian-Wolff zum 1. Geburtstag, 1982. Man beachte, dieses Gedicht
wurde bis heute im Wortlaut nicht geändert! Der Autor)

Der Haarschnitt – (unbekannter Autor, zugesandt von Hans Fricke/Rostock)

Der Haarschnitt

(unbekannter Autor, zugesandt von Hans Fricke/Rostock)

Eines Tages kam ein Florist zu einem Friseur, um sich seine Haare schneiden zu lassen. Nach dem Haarschnitt wollte er bezahlen, doch der Friseur sagte: „Ich kann kein Geld annehmen. Ich mache diese Woche Bürgerservice“. Der Florist war angenehm überrascht und ging aus dem Geschäft.

Als der Friseur am nächsten Morgen das Geschäft öffnen wollte, fand er einen Strauß Rosen vor der Tür. Darin steckte eine Karte mit den Worten: „Herzlichen Dank!“

Etwas später betrat ein Bäcker den Laden und ließ sich seine Haare schneiden. Als er bezahlen wollte, antwortete der Friseur wieder: „Ich kann kein Geld annehmen. Ich mache diese Woche Bürgerservice“. Auch der Bäcker verließ zufrieden das Geschäft.

Und als der Friseur am nächsten Morgen aufsperren wollte, fand er einen Sack voll Gebäck vor der Türe mit einer Karte des Dankes darin.

Kurz nach Ladenöffnung betrat ein Politiker das Geschäft. Als auch er nach dem Haarschnitt nach der Rechnung fragte, sagte der Friseur wieder: „Ich kann kein Geld annehmen. Ich mache diese Woche Bürgerservice.“ Der Politiker war erfreut darüber und verließ das Geschäft.

Als der Friseur am nächsten Morgen zu seinem Geschäft kam, standen 20 Abgeordnete vor der Türe und warteten auf einen Gratishaarschnitt.

Entnommen aus:

Artikel Eins
Die Würde des Menschen ist unantastbar

Ein Gespenst geht um … "HARTZ IV" ….. erneutes Hartz IV Suizidopfer in Höxter

Ein Gespenst geht um … „HARTZ IV“ ….. erneutes Hartz IV Suizidopfer in Höxter 😥

28.11.10

Von Margit Marion Mädel und Christian Stroba – Sozialzentrum Höxter

Unser Mitstreiter, Jörg G., erhängte sich heute in seiner Wohnung.

Diese Nachricht erschüttert die Mitstreiter und ehrenamtlichen Mitglieder des Sozialen Zentrums Höxter am heutigen 1. Adventtag zu tiefst.

Bei ihm fand die Polizei ein Gedicht über Angela Merkel, Jörg schrieb sehr nachdenkliche und gute Gedichte und er lebte seit längerer Zeit von ALG II. Im Beckmann Haus /Altenheim führte er zur Zeit einen Ein Euro Job durch, wo er zu spüren bekam, das man ihn nicht für voll nahm unter den Kollegen, dabei freute er sich so endlich etwas mehr Geld in der Tasche zu haben… immerzu bewarb er sich, auch im Ausland um endlich eine Arbeit zu bekommen, doch selbst mit 43 Jahren ist man wohl in der Berufswelt schon zu alt und erhält keine Chancen mehr.

Gesellschaftlich war er integriert, konnte aber an vielen Dingen nicht teilnehmen, da Versammlungen in Lokalen durchgeführt wurden in welchen sich ein ALG II ler kein Getränk leisten kann.

Jörg hatte auch viele Freunde und auch in unser Soziales Zentrum kam er oft und regelmäßig, keiner ahnte wie es in ihm ausschaut und er diesen Weg als einzigen Ausweg für sich sah erschüttert uns sehr.

Wieder einmal schlug das Gespenst Hartz IV um sich, und ein junger Mensch ist plötzlich nicht mehr unter uns.

Eine unmenschliche Hartz IV Gesetzgebung treibt viele seit Januar 2005 in den Freitod, wann endlich übernehmen die verantwortlichen Politiker hierfür die Verantwortung?

Am Dienstag den 30.11.2010 werden wir auf dem Marktplatz in Höxter ab 16:00 Uhr eine Mahnwache für unseren Mitstreiter und Freund Jörg durchführen.
Wir bitten alle, von Fahnen und Transparenten abzusehen.

Ein eigener Kommentar:

Es macht mich einfach nur traurig und wütend zu gleich, wenn ich von der Ermordung eines weiteren Hartz IV – Betroffenen lesen muss.

Ja ich nenne es Mord, wenn gesellschaftliche Verhältnisse dazu führen, dass Menschen in Ihrer Verzweiflung in einen solch grausamen Freitod gehen. Und es ist zu befürchten, dass hier noch viele Betroffene folgen werden.

Auch ich selbst habe schon vor dieser Situation gestanden. Im vergangenen Jahr habe ich die Sterbehilfeorganisation „Dignitas“ aus einer verzweifelten Situation heraus, die eng verknüpft war mit Hartz IV um Freitodbegleitung gebeten, die mir auch gewährt werden sollte. Der Todestag, Freitag 17. April 2009, um 11:00 Uhr stand ebenfalls schon fest.

Nur im letzten Augenblick wurde das durch Dritte mit deren massiven Hilfe gerade noch verhindert.

Nachlesen kann man das im Internet unter folgenden Artikel der taz: „Kampf um die Würde trotz Hartz IV“ – Hunger versus Leben unter folgendem Link:

Klicke, um auf 5167427_4ad8186d14_d.pdf zuzugreifen

Aber auch folgende Artikel: „Google Dich gesund“ oder die „Nachbarn haben die Polizei gerufen“ unter folgendem Link:

Klicke, um auf 5167652_b630650f7e_d.pdf zuzugreifen

Ich klage die Verbrecher von SPD, Grünen, CDU/CSU und FDP, die dieses Gesetz gegen die Menschlichkeit zu verantworten haben, des erneuten Mordes an und verlange von dieser Gesellschaft, dass diese Verbrecher endlich zur Verantwortung gezogen werden.

Mit verdammt traurigen Grüßen

Hoelderlin

Existenzminimum kleingerechnet – Alternative Berechnungen zu Hartz – IV – Regelsätzen Katja Kipping

Linke

Existenzminimum kleingerechnet – Alternative Berechnungen zu Hartz – IV – Regelsätzen Katja Kipping 🙄

29.11.2010

Die Feststellung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Hartz-IV-Sätze gegen die Menschenwürde verstoßen und deshalb neu bestimmt werden müssen, hätte die Chance beinhaltet, eine breite gesellschaftliche Debatte darüber zu führen, was ein Mensch braucht für ein menschenwürdiges Leben. Es hätte die Chance beinhaltet, die Ausgrenzung einer wachsenden Armutsbevölkerung zu thematisieren und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen. Doch die Bundesregierung hat diese Chance verspielt.

Der nachfolgende Bericht „Existenzminimum kleingerechnet“ mit alternativen Berechnungen zu den Hartz-IV-Regelsätzen entstand nach Beratungen mit Fachleuten aus Sozialverbänden, Wissenschaft und Bewegung.

Alternative Berechnung zu den Hartz IV – Regelsätzen, guckst Du hier:

http://www.katja-kipping.de/article/364.existenzminimum-kleingerechnet.html
____________________________________________________

Katja Kipping, MdB

Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales

Sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Platz der Republik 1
11011 Berlin

Telefon 030-227 70526
Fax 030-227 76526

http://www.katja-kipping.de
http://www.linksfraktion.de
____________________________________________________

Pressemitteilung der Linken: "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, mit Hartz IV ist aus der Traum"

Linke

PRESSEMITTEILUNG

26.11.2010 – KATJA KIPPING

„Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, mit Hartz IV ist aus der Traum“

„Der Gesetzentwurf von CDU/CSU und FDP zu Hartz IV genehmigt den Betroffenen nicht einmal einen Weihnachtsbaum. Die Ausgaben dafür sind nicht im Regelsatz vorgesehen, weil willkürliche Abschläge bei der Bestimmung der Regelsatzhöhe vorgenommen worden sind“, so Katja Kipping zum 1. Advent. Die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„So sind im Regelsatz nun auch keine Ausgaben für Schnittblumen mehr vorgesehen, in deren Kategorie auch der Weihnachtsbaum fällt. CDU/CSU und FDP ist nichts mehr heilig. ‚Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum – mit Hartz IV ist aus der Traum!’ Das ist das Lied, was die Grundsicherungsbeziehenden nun singen müssen, weil sie kein Geld für einen Weihnachtsbaum haben. Das zeigt umso mehr, wie ungerecht Schwarz-Gelb bei der Bestimmung der Regelsatzhöhe vorgeht.“

Quelle: guckst Du hier:

http://www.linksfraktion.de/pressemitteilungen/oh-tannenbaum-oh-tannenbaum-hartz-4-traum/

Neuer und politisch hochinteressanter Blog: Zeitarbeit – Moderne Sklaverei!

Neuer und politisch hochinteressanter Blog: Zeitarbeit – Moderne Sklaverei! 🙄

Dieser Blog hat das Ziel gegen die Zeitarbeit zu kämpfen, die sich zu einer modernen Sklaverei entwickelt hat. Wir wollen informieren und die Meinung von Betroffenen verbreiten. Macht mit! Es lohnt sich!

Hier der direkte Link zum Blog

http://zeitarbeit-modernesklaverei.blogspot.com/

"Gerecht geht anders" – Demo am 18.11.2010 in Kiel – Filmbeiträge

„Gerecht geht anders“ – Demo am 18.11.2010 in Kiel – Filmbeiträge des Bündnisses „Gerecht geht anders“ in Kiel Teil 1 und Teil 2 🙄

Teil 1:

Teil 2:

Gerecht geht anders – Soziales Bündnis in Schleswig Holstein – Rede von DGB – Chef Michael Sommer.

Gerecht geht anders – Soziales Bündnis in Schleswig Holstein – Peter Grottian über den „Mut zur Wut“.

Siehe auch „Gerecht geht anders“ – Demo in Kiel am 18.11.2010

http://hoelderlin.blog.de/2010/11/19/gerecht-geht-demo-18-11-2010-kiel-10005331/

Wichtiger Programmhinweis: "Tod auf dem Hochsitz – Ein Arbeitsleben in Deutschland"

Wichtiger Programmhinweis:

Phoenix, Samstag, den 27.11.2010 / 22.30 Uhr

„Tod auf dem Hochsitz – Ein Arbeitsleben in Deutschland“

Ein Film von Michael Heuer

Am 8.Februar 2008 wird auf einem Hochsitz im Solling in Niedersachsen der Leichnam eines Mannes gefunden. Neben ihm liegt eine Art Tagebuch, in dem der arbeitslose Handelsvertreter Bilanz zieht: „Jetzt geht’s auf Hartz IV, aber nicht mit Peter Zschäpe!“ Warnung, Appell, Klageruf? 24 Tage lang verharrt der zuletzt in Hannover gemeldete Mann auf dem morschen Hochsitz, isst und trinkt immer weniger, bis er im Dezember 2007 einsam und unbemerkt stirbt.

Der mehrfach preisgekrönte Fernsehautor Michael Heuer hat sich mehr als ein Jahr lang für das NDR Fernsehen auf Spurensuche begeben. Er hat Zeitzeugen und Weggefährten gefunden, die Peter Zschäpe kannten und dessen Arbeitsleben begleiteten. Diese Aussagen bilden die Grundlage des Dokumentarfilms, der auch ein Gleichnis unserer Arbeitswelt ist.

Der einst erfolgreiche Verkaufsleiter Peter Zschäpe findet sich im Laufe seines Erwerbslebens zunehmend schlechter zurecht. In einer Welt, die geprägt ist von Slogans wie „Ohne Fleiß kein Preis!“ und „Haste was, biste was!“ ist Schwäche, ist das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben für ihn auch das Eingeständnis, versagt zu haben. Also wirkt der ehemalige Verkaufsleiter nach außen hin stolz und stark. Das wahre Ausmaß seiner existenziellen Not verschweigt er. Die Frührente lehnt der 58-jährige ab, genauso Hartz IV.

Dass Arbeit und Versagensängste immer häufiger depressiv machen, hat unlängst auch der Freitod von Nationaltorwart Robert Enke deutlich gemacht. Erst in der Trauer um den Fußballnationalspieler haben viele erkannt, wie sehr die Arbeitswelt Menschen zerstören kann.

Der Film „Tod auf dem Hochsitz – Ein Arbeitsleben in Deutschland“ – verzichtet bewusst auf einen Kommentartext. Vielmehr bekommt der aus dem Leben scheidende Mensch selbst ein Organ, einen Atem durch die Musik von Jens Thomas, zaghaft und aufbegehrend, flüsternd und brüllend, warmherzig und gefrierend zugleich.

SENDETERMIN
Sa, 27.11.10, 22.30 Uhr

Im Internet, guckst Du hier:

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/tod_auf_dem_hochsitz/338512?datum=2010-11-27

Siehe dazu auch Tod auf dem Hochsitz:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3022

Wer kann, sollte den Film aufzeichnen und auf Youtube veröffentlichen und mir bitte bescheid geben, damit dieser Filmbeitrag hier noch eingebaut werden kann.

Vielen Dank !!

LG Hoelderlin

Strafanzeige nach Aufruf zur Landtags-Besetzung in Kiel

Strafanzeige nach Aufruf zur Landtags-Besetzung in Kiel 🙄

Kiel (dpa) – Wegen eines Aufrufs zur Besetzung des Landeshauses hat der Landtag in Schleswig-Holstein Strafanzeige gegen einen Berliner Politikwissenschaftler gestellt. Es gehe um die öffentliche Aufforderung zu einer Straftat, begründete Landtagsdirektor Utz Schliesky am Mittwoch im Innen- und Rechtsausschuss die Entscheidung.

Prof. Peter Grottian vom Wissenschaftlichen Beirat von Attac hatte am vergangenen Donnerstag während einer Großdemonstration vor dem Parlament eine Radikalisierung des Protests verlangt und dazu aufgefordert, „dieses Gebäude gewaltfrei und friedlich“ zu besetzen.

Weiterlesen guckst Du hier:

http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/?em_cnt=206321&em_loc=10

Siehe auch: „Gerecht geht anders – Demo am 18.11.2010 in Kiel“

http://hoelderlin.blog.de/2010/11/19/gerecht-geht-demo-18-11-2010-kiel-10005331/

Ausschusssitzung zur Berechnung der neuen Hartz IV Regelsätze 23. November 2010

Ausschusssitzung zur Berechnung der neuen Hartz IV Regelsätze 23. November 2010 🙄

Ergebnis der Hartz IV-Anhörung im Sozialausschuss: Zielführendes vom DGB

4-Stunden-Sitzung, ohne dass sich eine Partei an die transparent, nach Bundesverfassungsgerichts-Urteil berechneten rund 600 € Regelsatz ran traute.

„Wenn ich eine Hitliste der mehr oder weniger zielführenden Sachverständigen-Stellungnahmen in der gestrigen Sozialausschusssitzung aufstellen sollte, käme der DGB mit einem Vorschlag kurz vor Sitzungsende auf Platz eins,“ stellt Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin gegenüber dem Sozialticker fest. „Sein Vorschlag, den Gesetzestext zum Regelsatz von den weiteren Gesetzesverschärfungen – beispielsweise bei Sanktionen, Wohnungskosten und mehr – abzutrennen und mit ausreichend Zeit parlamentarisch zu erörtern, wäre die einzig sachgerechte Antwort, auf das Gesetzes-Monster von Ursula von der Leyen. Ohne Not und ohne dass die Verfassungsrichter sie dazu verpflichteten, hat die Ministerin nämlich klammheimlich mal eben dramatische Gesetzesverschärfungen in ihren Entwurf eingeschlichen. Hat sie etwa geglaubt, das merkt keiner? Oder etwa gehofft, dass es beim späteren bösen Erwachen zu spät sein könnte? Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der DGB seine Position durchhält und die ihm nahen Parteien sich dem anschließen – bis hin zur Bundesratsentscheidung.“

Aus der sich quälend hinziehenden Anhörung mit viel statistischem Klein-Klein des Bundestags-Sozialausschusses, in der sich die punktgenau ausgewählten Sachverständigen und die Parteien mehr oder weniger nur die längst bekannten Bälle zuspielten, ragten für die Hartz4-Plattform nur wenige, entscheidende Spotlights heraus. Die Ungeeignetheit des statistischen Materials, aus dem das Ministerium von der Leyen folglich die falschen Schlüsse zog, war der rote Faden, der sich durch nahezu alle Sachverständigen-Antworten zog – bei mehreren auch die Methode der reinen Konsum-Ermittlung, die keine Aussagen über die tatsächlichen Bedarfe zulasse. Man kann nur hoffen, dass bei den Ausschussmitgliedern der sozialpolitische Sachverstand gegenüber dem Fraktionszwang überwiegt und sie dies bei ihrem Stimmverhalten beherzigen:

• Für Landessozialrichter Dr. Jürgen Borchert ist der Gesetzentwurf hinsichtlich der Regelsätze „nicht anders handhabbar als mit einer erneuten Vorlage vor dem Bundesverfassungsgericht.“

Und selbst das Statistische Bundesamt gestand u.a. ein:

• Eine Datenauswertung nach den einzelnen Personen im Haushalt, um valide Werte für Kinder zu ermitteln, sei „nicht machbar“. Die Begründung: „erheblicher Zusatzaufwand“. Und: der „führte dazu, dass wir zukünftig keine Haushalte mehr finden, die dazu bereit sind.“

„Da stellt sich allerdings die Frage, warum der Steuerzahler Unsummen finanzieren soll für statistischen Datenmüll, der für den benötigten Zweck überhaupt nicht nutzbar ist?“ findet Brigitte Vallenthin. „Zumal die „freiwillig“ mehr oder weniger konsequent und ehrlich, obendrein nur für drei Monate ausgefüllten Haushaltsbücher doch ohnehin nur eine absolut ungesicherte Datenbasis liefern.“

Das so genannte Bildungs- und Teilhabepaket wurde von den durch die Regierungs-Fraktionen befragten Sachverständigen fast einhellig mit Applaus bedacht. Auf den Punkt brachte es erst

• Dr. Jürgen Borchert mit den Worten: „Woher nehmen wir die Überheblichkeit, dass diese Eltern ihre Kinder nicht verantwortlich“ und „in Freiheit und Selbstverantwortung groß ziehen können?“ Der Landessozialrichter kommt zu dem Schluss: „Geld ist geprägte Freiheit und gibt auch den Eltern eine Chance“. Er fordert: „respektvoller mit den Menschen umzugehen“. „Die Chipkarte würde die Eltern ausschließen.“ Seine Erfahrung zeige, „dass diese Eltern sich eher verschulden, als an das Geld ihrer Kinder zu gehen.“

Und „Bildung gehört zum Existenzminimum – Bildung bedeutet Chancengleichheit. Das heißt: nicht nur nach unten gucken sondern nach oben. Was ist beispielsweise mit Sprachen erlernen im Ausland … ?“

• Der Bundesrechnungshof rügte die Unverhältnismäßigkeit der Verwaltungskosten und das fehlende Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Zur Pauschalierung der Kosten der Unterkunft gestand selbst:

• BA-Vorstand Alt ein, dass diese „immer höhere Verwaltungskosten“ verursachen.

• Die meisten Sachverständigen hatten Bedenken.

• Eine vereinzelte Zustimmung gab es für eine Pauschalierung der Heizkosten: Das schaffe Sparanreize in die eigene Tasche.
Und selbst sämtliche von der CDU aufgerufenen Sachverständige meldeten in diesem Zusammenhang erhebliche Zweifel an.
Von erschreckender Ferne zur Verwaltungspraxis war die Antwort auf eine FDP-Frage zu den Sanktionen geprägt, die sich mit der Rechtsmittel-Einschränkung befasste, dass zukünftig alleine schon „die Kenntnis“ der Rechtsfolgen für den Vollzug von Sanktionen ausreichen solle.

• Der Deutsche Richterbund meinte dazu: man „erwarte“ daraus „keine Willkür“ durch die Verwaltungssachbearbeiter.
„An das heiße Eisen des vom Sachverständigen Rüdiger Böker tatsächlich – wie vom Bundesverfassungsgericht gefordert – „transparent“ und „realitätsgerecht“ ermittelten bedarfsgerechten Regelsatzes von mindestens 594,93 € traute sich allerdings keine einzige der im Bundestag vertretenen Parteien ran“, resümiert Brigitte Vallenthin gegenüber dem Sozialticker. „Dabei ist dieser Wert nur vorläufig und dürfte endgültig mit Sicherheit die 600er-Marke überschreiten. Bisher aber mauern Ministerium wie auch Statistisches Bundesamt mit der Herausgabe sämtlicher notwendigen Daten für die Berechnung. Und besonders beschämend für alle Fraktionen: kein einziges Wort von dem, was alle wissen und offenbar alle verschweigen wollen – nämlich der systematischen, tagtäglichen Demütigung, Schikane, Entrechtung und Willkür in der Verwaltungspraxis. Im Gegenteil: die Sachbearbeiter wurden sogar noch in Schutz genommen.“

Alle Stellungnahmen der Sachverständigen: [1] http://www.hartz4-plattform.de

Quelle: Brigitte Vallenthin – [2] Hartz4-Plattform – keine Armut! – kein Hunger! – kein Verlust von Menschenwürde!

Und hier nun die Ausschusssitzung in voller Länge / ca. 4 Std.11 Minuten

http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf

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Der Blogwart 2.0

Wollte ursprünglich mal über nette Hobbies schreiben, bin dann aber in der "Twilight Zone" des politischen Alltags gelandet.

Sozialsystem Schweiz

Eine unzensierte Kommunikation zwischen einem Sozialhilfeempfänger und dem Sozialamt Bern und Ämter. Dieses Archiv (Mirror1) ist den BGE Generationen gewidmet (Quelle: tapschweiz.blogspot.ch)

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Nicht nur Kritik am Arbeitsamt

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