Wichtiger Programmhinweis: "Tod auf dem Hochsitz – Ein Arbeitsleben in Deutschland"

Wichtiger Programmhinweis:

Phoenix, Samstag, den 27.11.2010 / 22.30 Uhr

„Tod auf dem Hochsitz – Ein Arbeitsleben in Deutschland“

Ein Film von Michael Heuer

Am 8.Februar 2008 wird auf einem Hochsitz im Solling in Niedersachsen der Leichnam eines Mannes gefunden. Neben ihm liegt eine Art Tagebuch, in dem der arbeitslose Handelsvertreter Bilanz zieht: „Jetzt geht’s auf Hartz IV, aber nicht mit Peter Zschäpe!“ Warnung, Appell, Klageruf? 24 Tage lang verharrt der zuletzt in Hannover gemeldete Mann auf dem morschen Hochsitz, isst und trinkt immer weniger, bis er im Dezember 2007 einsam und unbemerkt stirbt.

Der mehrfach preisgekrönte Fernsehautor Michael Heuer hat sich mehr als ein Jahr lang für das NDR Fernsehen auf Spurensuche begeben. Er hat Zeitzeugen und Weggefährten gefunden, die Peter Zschäpe kannten und dessen Arbeitsleben begleiteten. Diese Aussagen bilden die Grundlage des Dokumentarfilms, der auch ein Gleichnis unserer Arbeitswelt ist.

Der einst erfolgreiche Verkaufsleiter Peter Zschäpe findet sich im Laufe seines Erwerbslebens zunehmend schlechter zurecht. In einer Welt, die geprägt ist von Slogans wie „Ohne Fleiß kein Preis!“ und „Haste was, biste was!“ ist Schwäche, ist das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben für ihn auch das Eingeständnis, versagt zu haben. Also wirkt der ehemalige Verkaufsleiter nach außen hin stolz und stark. Das wahre Ausmaß seiner existenziellen Not verschweigt er. Die Frührente lehnt der 58-jährige ab, genauso Hartz IV.

Dass Arbeit und Versagensängste immer häufiger depressiv machen, hat unlängst auch der Freitod von Nationaltorwart Robert Enke deutlich gemacht. Erst in der Trauer um den Fußballnationalspieler haben viele erkannt, wie sehr die Arbeitswelt Menschen zerstören kann.

Der Film „Tod auf dem Hochsitz – Ein Arbeitsleben in Deutschland“ – verzichtet bewusst auf einen Kommentartext. Vielmehr bekommt der aus dem Leben scheidende Mensch selbst ein Organ, einen Atem durch die Musik von Jens Thomas, zaghaft und aufbegehrend, flüsternd und brüllend, warmherzig und gefrierend zugleich.

SENDETERMIN
Sa, 27.11.10, 22.30 Uhr

Im Internet, guckst Du hier:

http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/tod_auf_dem_hochsitz/338512?datum=2010-11-27

Siehe dazu auch Tod auf dem Hochsitz:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3022

Wer kann, sollte den Film aufzeichnen und auf Youtube veröffentlichen und mir bitte bescheid geben, damit dieser Filmbeitrag hier noch eingebaut werden kann.

Vielen Dank !!

LG Hoelderlin

7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. madFox
    Nov 25, 2010 @ 23:35:47

    Hallo Hölderlin,

    danke für den Tip!

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    Antworten

  2. Hoelderlin
    Nov 27, 2010 @ 18:06:42

    Gern geschehen.

    Viel Spass kann man dabei leider nicht wünschen. Werde mir auf jeden Fall diesen Film ebenfalls ansehen.

    LG Hoelderlin

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  3. klaus16
    Nov 28, 2010 @ 15:53:37

    Wer kann, sollte den Film aufzeichnen und auf Youtube veröffentlichen und mir bitte bescheid geben, damit dieser Filmbeitrag hier noch eingebaut werden kann.

    http://www.save.tv/STV/HA/obj/TC/tcShowSkin.cfm?PK=3314836&wl=&sk=klack&tic=67075&

    http://www.tvdirekt.de/sendungsdetails/813305/tod-auf-dem-hochsitz-ein-arbeitsleben-in-deutschland.html

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  4. Hoelderlin
    Nov 28, 2010 @ 16:01:01

    Ja und was nützt das? Den Film habe ich selbstverständlich ebenfalls im Internet aufzeichnen lassen.

    Nur habe ich eben keine Möglichkeiten, diesen in mehreren Teilen auf Youtube hochzuladen, damit ich ihn hier einbauen kann.

    Ebenso nützen mir diese Links doch jetzt nichts mehr, weil der Film ja gestern Abend bereits gesendet wurde.

    LG Hoelderlin

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  5. madFox
    Nov 28, 2010 @ 19:54:10

    Hallo Hölderlin!

    Bei allem Respekt – Peter-Jochen Zschäpe ist letztlich an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert. So sehr ich auch H4 verabscheue, er hätte sein Überleben doch dadurch sichern können. Sein Tod war keine notwendige Folge gesellschaftlicher Mißstände. So sehr man die Bürokratie hassen mag, irgendwann muß man sich der Realität stellen, um sein Überleben zu ermöglichen. Selbst wenn wir im Garten Eden leben würden, müßten wir irgendwann aufstehen, um Früchte zu sammeln, oder einen Braten zu fangen.
    H4 ist beschämend, aber (noch) nicht tödlich.
    Alles Gute

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  6. Hoelderlin
    Nov 29, 2010 @ 14:50:50

    Hallo madFox,

    na, es scheint Dir doch sehr schwer zu fallen, Dich in die Psyche eines anderen Menschen versetzen zu können.

    Mag ja sein, dass Du So damit umgehen kannst.

    Aber viele Menschen zerbrechen daran, wenn sie sich in einer Gesellschaft die auf Leistung getrimmt ist, sich nicht mehr wieder finden können.

    Der Film hat doch sehr deutlich aufgezeigt, wie sich Zschäpe immer mehr in Richtung Depressionen verändert hat, weil er sich in dieser Leistungsgesellschaft integrieren konnte. Von einen lebensbejahenden zu einem resignierenden Menschen, dass war seine durch gesellschaftlichen Bedingungen verursachte Entwicklung in der er ganz einfach keinen Halt mehr finden konnte.

    Und hier kann man keinen Menschen vorschreiben, wie er sich doch bitteschön zu verhalten hat. Zschäpe war auch kein Einzelfall. Und es ist nicht alleine nur die finanzielle Not, sondern auch die Tatsache, der vollkommenen Ausgrenzung durch eine Gesellschaft in der Arbeit und Wohlstand so im Vordergrund stehen. „Haste was, bist doch auch was“, dass ist doch das Motto in dieser Gesellschaft. Hinzu kommen noch die ganzen Demütigen auf den Behörden und die gesellschaftlichen Verhöhnungen durch ständig zielgerichtete Faulenzer, Drückeberger und Sozialschmarotzer Debatten bis hin zur Perspektivlosigkeit der Btroffenen. Oder auch die lächerliche Regelsatzerhöhung von 5 Euro nach jahrelangen Gerichtsverfahren.

    Du machst es Dir zu einfach und bist dabei zu oberflächlich (ist nicht böse gemeint)wenn Du hier Vergleiche Zwischen Garten Eden und der Situation von Arbeitslosen oder sogar Hartz IV Betroffenen ziehst.

    Hier solltest Du Dich einfach mal mehr auf die Betroffenen einlassen und mal genauer hinsehen, wie sehr Hartz IV Betroffene durch dieses System in ihrer Psyche zerstört werden. Nicht ohne Grund haben so viele Menschen große Angst vor Hartz IV.

    LG Hoelderlin

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  7. madFox
    Nov 29, 2010 @ 19:20:29

    Hallo Hölderlin,
    vielleicht habe ich tatsächlich etwas zu wenig Empathie – es fällt mir schwer, das gut einzuschätzen.
    Ich bin wirklich kein Freund der Leistungsgesellschaft, zumal hier nicht nach Leistung bezahlt wird. Die Verlogenheit ist mein großes Problem. Und ich persönlich habe versucht, mich dem weitgehend zu entziehen.
    Allerdings hatte ich eher den Eindruck, daß Zschäpe sich nicht dem Leistungsprinzip verweigert hatte, sondern im Gegenteil eher diesem Prinzip zu hörig geworden ist. Selbst seine Freundin schien primär seinem Erfolg zu dienen (wir haben ja nur die Aussagen dritter). Daß das nicht klappen kann, weiß ich sehr wohl, trotzdem gibt es immer noch zu viele Menschen, die glauben, daß sie Karriere auf Kosten der Menschlichkeit machen könnten. In Gewisser Weise hatte er sich wie ein Gentleman verhalten, aber er schämte sich seiner sozialen Misere, deshalb kam ich zur Meinung, daß er Opfer seiner Ansprüche geworden ist.
    Von einer Depression habe ich nichts mitbekommen. Er hatte Probleme mit der Bürokratie, er wollte den Umgang mit Menschen auf den Messen, obwohl die Zahlen gegen diese Taktik sprachen. Das muß jeder Betroffene zur Kenntnis nehmen, wenn er abhängig vom Erfolg ist.

    Deshalb orientiere ich mich gerne an der Natur, wo mangelnde Initiative unweigerlich zum Verhungern führt. Die Natur können wir nicht in Haftung nehmen, denn sie ist unabhängig von unseren Gesellschaftsentwürfen, die auf mich oft etwas unbeholfen wirken.
    Deshalb wählte ich auch das Bild vom Garten Eden, da dort Niemandem etwas vorgeschrieben wird. Wer sich den Naturgesetzen nicht unterordnen will, hat nicht die geringste Chance, denn die Natur ist gleichgültig.

    Von der Solidargemeinschaft erwarte ich allerdings auch weniger Gleichgültigkeit. Deiner Gesellschaftskritik kann ich nur umfassend zustimmen. Hier sehe auch ich ein Mißverhältnis zwischen postulierter Solidarität und praktizierter Entmenschlichung.

    Wenn ich aber in einem System, welcher Art auch immer, überleben will, muß ich eine gewisse Anpassungsleistung erbringen – so sehr ich diese auch hasse. Paradies und H4 wollte ich damit nicht gleichgestellt verstanden wissen. Ich wollte nur deutlich machen, daß man auch unter optimalen Bedingungen (Paradies) ohne Initiative verloren ist.
    Daß H4 krank macht, weiß ich. Bevor ich aber darauf verzichte, würde ich es doch in Anspruch nehmen. Warum er das nicht getan hat, verstehe ich nicht wirklich, selbst wenn man Angst vor der Stigmatisierung hat.
    Schluß machen kann ich auch später, nachdem ich weiß, was H4 mir beschert.
    Ich möchte nicht stur erscheinen, aber ich kann der Gesellschaft in diesem Fall kaum eine Mitschuld geben.

    Alles Gute

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