Ralph Boes – Eingriffe im öffentlichen Raum: Brandbrief – Was ist zu tun und wie ist es zu tun – Workshop in der Freien Kunstschule Hamburg am 25. / 26.11. 2011

Ralph Boes – Eingriffe im öffentlichen Raum: Brandbrief – Was ist zu tun und wie ist es zu tun – Workshop in der Freien Kunstschule Hamburg am 25. / 26.11.2011.

Eingriffe im öffentlichen Raum

Ralph Boes gehört zu den profiliertesten Befürwortern eines Bedingungslosen Grundeinkommens. In seiner aktuellen Aktion ›Die Würde des Menschen ist unantastbar – Brandbrief eines entschiedenen Bürgers‹ stellt er sich selbst existentiell in das Spannungsfeld zwischen Sozialbürokratie und Grundgesetz. Selber ›Hartz-IV-Empfänger‹ gibt er seine Rolle als Objekt (›Kunde‹) auf und tritt der ›Arge‹ als Staatsbürger entgegen, der alle an ihn gestellten Forderungen ablehnt, die gegen Grundrechte/Menschenrechte verstoßen.

Damit nimmt er auf der einen Seite den Katalog der Repressionsmaßnahmen in Kauf, die gegen ihn verhängt werden können, und bereitet auf der anderen Seite den Weg, seine Rechte bis vor dem Bundesverfassungsgericht einzuklagen. Seine Aktion wird so vom individuellen Einzelfall zu einem Präzedenzfall, auf den sich jeder Staatsbürger beziehen kann.

Den Vorgang dokumentiert Ralph Boes öffentlich.
Der ›Brandbrief‹ hängt auch an der Blütenträume-Tafel im Schuleingang aus.

Der Brandbrief von Ralph Boes im Internet:

http://grundrechte-brandbrief.de/

In einem Freitagsgespräch berichtete Ralph Boes über Ausgangspunkt, Verlauf und nächste Schritte seiner Aktion.

Brandbrief „Die Würde des Menschen ist unantastbar – Interview KiekeMaFilmBerlin mit Ralph Boes

BGE-KR Ralph Boes 11.10.2011, Brandbrief – Da dieser Beitrag in Hamburg nicht aufgezeichnet wurde, ist dieser Beitrag als Alternative gesetzt.

Was ist zu tun – und wie ist es zu tun? – Geistesschulung als Methode zur Erkenntnis über die richtigen Schritte sozialgestalterischen und politischen Handelns – Ausschnitt aus einem Workshop in der Freien Kunstschule in Hamburg am 26.11.2011

Die von Ralph Boes entwickelte ›Geistesschulung‹ hilft, sich in die Welt der Phänomene zu vertiefen und das Wahrnehmen und Denken zu üben. In einer von ihm geleiteten Arbeitsgemeinschaft werden auf dieser Grundlage seit einigen Jahren auch soziale Fragestellungen bearbeitet. In diesem Bereich des Politischen heißt Geistesschulung, sich in Gegenpositionen so weitgehend zu vertiefen, bis man die Welt aus deren Verständnis sieht, und sogar das eigene Wollen aus der Position des fremden Wollens – von außen – anzuschauen. Dadurch entsteht Verständnis für den Anderen und Gesprächsfähigkeit. Gegenseitig geübt und angewandt ergäbe sich eine neue dialogische Politikkultur.

›Geistesschulung‹ in diesem Sinne ist als Methode dem in der FIU verfolgten Prinzip der ›aktiven Toleranz‹ (Heidt/Beuys) verwandt, ebenso dem ›in der Schwebe halten‹ im Dialog nach Bohm. Scharmer spricht in seiner ›Theorie U‹ von Wahrnehmungsorten des ›Ich-im-Du/Ich-in-Gegenwärtigung‹.

Im seinem Workshop erläuterte Ralph Boes die Grundlagen seiner Methode und zeigt, wie auf dieser Grundlage das Projekt ›Die Würde des Menschen ist unantastbar – Brandbrief eines entschiedenen Bürgers‹ entstand und überprüft und durchgeführt wird.

Ralph Boes – Was ist zu tun – und wie ist es zu tun – Ausschnitt aus einem Workshop in der Freien Kunstschule zu Hamburg am 26.11.2011

Ralph Boes (*1957) Studium von Philosophie und Geisteswissenschaften, 16 Jahre Krankenpflege und Sterbebegleitung, Buchautor (›Gedanken vom Kosmos‹), Leiter der ›Arbeitsgemeinschaft für Geistesschulung‹ mit wissenschaftlicher und therapeutischer Zielsetzung, Ergotherapeut, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen e. V. Berlin

Freie Kunstschule Hamburg / Freitagsgespräche

http://freie-kunstschule-hh-fiu.de/freitagsgespraeche/brandbrief-ralph-boes.html

Ralph Boes – bedingungsloses Grundeinkommen !!!

http://fuer-grundeinkommen.de/index1.htm

Die Hartz Maschine – Der Film

Hartz IV – Deutschland spart beherzt – bei den Arbeitslosen

Hartz IV – Deutschland spart beherzt – bei den Arbeitslosen

Die Schwarz-gelbe Koalition und die Bundesagentur kürzen die Förderung für Arbeitslose deutlich: Die Mittel sinken stärker als die Erwerbslosigkeit in Deutschland.

Mit dem Sparen kommt die Bundesregierung trotz vollmundiger Ankündigungen und forscher Ermahnungen an andere Länder nicht so recht voran. Im Gegenteil. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird im kommenden Jahr die Kreditaufnahme deutlich erhöhen. Die Ausnahme von der Regel werden die Arbeitslosen spüren. Da kürzt die Koalition in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) beherzt.

So will die BA nach Informationen der Berliner Zeitung die Ausgaben für die Arbeitsförderung dieses Jahr um 26 Prozent senken. Die Einschnitte treffen Leistungen der beruflichen Weiterbildung und andere Instrumente der Beschäftigungsförderung, auf die Arbeitslose keinen Rechtsanspruch haben, die aber den Weg zurück in eine Beschäftigung ebnen können.

Weiterlesen, Frankfurter Rundschau:

http://www.fr-online.de/arbeit—soziales/hartz-iv-deutschland-spart-beherzt—bei-den-arbeitslosen,1473632,11212052.html

Weniger in der Tasche als vor zehn Jahren – Riestern lohnt sich nicht!!!

Weniger in der Tasche als vor zehn Jahren – Riestern lohnt sich nicht!!!

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland immer weiter auseinander. Das Realeinkommen sei geringer als vor zehn Jahren, kritisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund – und fordert: Die Löhne müssen kräftig steigen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte am Mittwoch, die Arbeitnehmer wieder stärker am Erfolg der Unternehmen zu beteiligen. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander. „Unser Wirtschaftssystem ist dabei, seine politische und soziale Legitimation zu verspielen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki. Die Arbeitnehmer hätten nach Abzug der Preissteigerungen heute „weniger in der Tasche als zur Jahrtausendwende“………….

Riestern lohnt sich nicht

Für Geringverdiener ist es auch schwierig, zusätzlich fürs Alter vorzusorgen. Trotz der staatlichen Förderung haben Menschen mit kleinem Einkommen relativ selten einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.
Demnach hatten im vorigen Jahr insgesamt knapp 30 Prozent der „förderberechtigten“ Bürger einen Riester-Vertrag. Anspruch auf staatliche Förderung haben insbesondere sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, Beamte und Arbeitslose. Auch die jeweiligen Ehepartner sind förderberechtigt………….

Weiterlesen, Frankfurter Rundschau:

http://www.fr-online.de/wirtschaft/arm-und-reich-weniger-in-der-tasche-als-vor-zehn-jahren,1472780,11208862.html

Renten-Betrug – Riester-Lüge: Riestern lohnt sich nicht

„Nicht alle heißen Jopie“: Weil die Versicherer mit Lebenserwartungen von mehr als 100 Jahren kalkulieren, lohnt sich das staatliche geförderte Sparen oft nicht.

MÜNCHEN – Rund 15 Millionen Deutsche haben einen Riester-Vertrag. In der Hoffnung, dass sich das Spar-Modell mit der staatlichen Förderung im Alter auszahlt. Jetzt – zehn Jahre nach der rot-grünen Rentenreform – gerät die Riester-Rente aber heftig in die Kritik.

Aktueller Anlass ist eine neue Studie vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die der AZ vollständig vorliegt. Die ernüchternden Ergebnisse – und was Experten dazu sagen: Rentiert sich die Riester-Rente für Verbraucher?

In vielen Fällen nicht, besagt die DIW-Studie. Denn während Versicherungen abkassieren, ergibt sich für die Verbraucher oft kaum ein Mehrwert. DIW-Wissenschaftlerin Kornelia Hagen: „Riester-Sparer werden in vielen Fällen nur so viel Rendite erzielen als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt.“

Weiterlesen, Abendzeitung München:

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.renten-betrug-riester-luege:-riestern-lohnt-sich-nicht.20d181f5-54f9-453c-8f91-c7f8bfb24afe.html

Immer mehr miese Jobs

Immer mehr miese Jobs

Die »rekordverdächtigen Arbeitsmarktzahlen«, schrieb eine der großen Vermittlungsagenturen der Leiharbeitsbranche dieser Tage, wären »ohne Zeitarbeit nicht denkbar«. Die Lobbyisten haben recht. Dies geht aus aktuellen Zahlen hervor, die das Bundesarbeitsministerium jetzt auf Nachfrage der Abgeordneten Jutta Krellmann (Die Linke) vorlegte. Danach handelt es sich bei mehr als jeder dritten bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stelle mittlerweile um ein Angebot einer Leiharbeitsfirma. Den Regierungsangaben zufolge waren im Oktober »bundesweit rund 500000 ungeförderte Arbeitsstellen gemeldet, darunter rund 180000 oder 36 Prozent in der Arbeitnehmerüberlassung«. Vor einem Jahr, im Oktober 2010, waren 401000 Stellen registriert gewesen. Davon kamen 140000 (oder 35 Prozent) aus der Leiharbeitsbranche.

Auf der ersten Blick erscheint der Zuwachs um einen Prozentpunkt zwar moderat. Betrachtet man den Anteil der Leiharbeit am Stellenzuwachs, also den 99000 Jobangeboten, die die Arbeitsagentur im vergangenen Monat mehr zu bieten hatte als noch vor einem Jahr, sieht es schon anders aus. Hier kommt die Branche schon auf gut 40 Prozent – was ein klarer Indikator für den künftigen Trend sein dürfte.

»Die Bundesregierung hat auf dem Arbeitsmarkt auf der ganzen Linie versagt. Deutschland wird immer mehr zu einem Billiglohnland, und das, obwohl die Unternehmen im derzeitigen Wirtschaftsaufschwung Milliarden einkassieren«, kommentierte Krellmann die Zahlen. »Der drastische Anstieg der Leiharbeit zeigt, daß die Unternehmen ungebremst Stammarbeitsplätze durch prekäre Leiharbeit ersetzen.«

Weiterlesen, Junge Welt vom 24.11.2011

http://www.jungewelt.de/2011/11-24/059.php

Achtung! – Wichtige Programmhinweise: Auf der Suche nach Peter Hartz und Die Hartz – Maschine

Achtung! – Wichtige Programmhinweise: Auf der Suche nach Peter Hartz und Die Hartz – Maschine

Film von Lutz Hachmeister

Jeder kennt Hartz. Aus den Nachrichten, vom Stammtisch und – mit etwas Pech – vom Arbeitsamt. Kein anderer Name steht so sehr für die jüngste deutsche Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Peter Hartz löste mit seiner Kommission die größte Arbeitsmarktreform in der Geschichte der Bundesrepublik aus. Als Top-Manager bei VW trug er die Verantwortung für 340.000 Arbeitsplätze. Aber Hartz war darüber hinaus bekannt, umstritten, eine Reizfigur. Er eignete sich als Projektionsfläche für viele Ängste: vor der Globalisierung und vor dem sozialen Absturz, vor selbstherrlichen Managern, vor Filz in der Wirtschaft, vor einer „Sozialdemokratie ohne Herz“. 2005 wurde er schließlich zum Buhmann der Nation, als er im Zuge der VW-Affäre als Vorstand zurücktreten musste.
Doch wer ist Peter Hartz wirklich? Welcher Mensch steckt hinter dem Schlagwort? Er hat sich seit Jahren nicht vor einer Kamera geäußert, trotz zahlreicher Anfragen. Peter Hartz, den immer noch die Frage nach der Zukunft unserer Arbeit umtreibt, zieht in dieser Dokumentation Bilanz eines Lebens, das deutsche Geschichte widerspiegelt. Zum ersten Mal wird er in einer großen Fernsehdokumentation Stellung beziehen, Missverständnisse aufklären, auch über tiefe Verletzungen sprechen. Der Film von Lutz Hachmeister zeichnet das Leben eines Mannes nach, der auf spektakuläre Weise seinen Namen an die Gesellschaft verlor.

Auf der Suche nach Peter Hartz – Der Film Teil 1

Auf der Suche nach Peter Hartz – Der Film Teil 2

Auf der Suche nach Peter Hartz – Der Film Teil 3

Die Hartz Maschine

Achtung die Oberhetzerin von Anne Will Knobel Ulrich ist wieder mal am hetzen gegen Millionen Betroffene!!

ARD / Montag, 14.11.11 | 23:30 Uhr

Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit

Film von Rita Knobel-Ulrich (Oberhetzerin gegen Erwerbslose von Anne Will)

Die Konjunktur bringt Schwung in den Arbeitsmarkt, nur bei den Langzeitarbeitslosen tut sich nichts. Die Bundesanstalt für Arbeit räumt ein, dass über die Hälfte von ihnen „Kunden mit komplexer Profillage“ seien, Hartz-Chinesisch für „nicht mehr vermittelbar“. Um sie kümmern sich verstärkt Bildungsträger und machen damit Milliardengeschäfte. Es gibt Strickseminare, Supermärkte mit Gummieiern, Theaterkurse und Telefonausbildung. „Maßnahmen“, angeboten von einem Wirtschaftszweig, dem es umso besser geht, je mehr Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Jeden Monat kassieren diese Bildungsträger 500 bis 800 Euro pro Teilnehmer von den Jobcentern für solche oft halbjährlichen Kurse. Manche Arbeitslose sitzen bereits zum fünften Mal im Seminar „Wie bewerbe ich mich richtig?“. Die Hartz-Maschine brummt. So werden Fernfahrer mit Geldern des Jobcenters qualifiziert, Spediteure können sich teure Ausbildungsmaßnahmen sparen, der Steuerzahler springt ein. Bundesweit holen etwa 4500 Tafel-Fahrzeuge in Supermärkten und Geschäften welkes Gemüse und abgelaufene Lebensmittel ab – gegen Spendenquittung. Die Spender bestehen darauf, dass alles abgeholt wird, selbst wenn es schimmelt und fault, denn so sparen sich die Betriebe teure Entsorgungskosten. Es entsteht eine Parallelwelt der Lebensmitteltauschgeschäfte, die Tafeln als subventionierte Billigfoodkette. Auch Rechtsanwälte machen Kasse mit Hartz IV: Selbst wenn der Hartz-Kunde seinen Prozess verliert, mit der Prozesskostenhilfe garantiert der Steuerzahler das Geschäft. Für die Immobilienbranche sind Hartz-IV Bezieher solvente Mieter, denn das Amt zahlt prompt und pünktlich. Deutschland scheint sich einzurichten in einem System der Transferleistungen. Ganz anders sieht es im Nachbarland Holland aus. Nach radikalen Reformen hat Holland knapp vier Prozent Arbeitslosigkeit. Das Prinzip heißt: Wer nicht arbeitet, der kriegt kein auch kein Geld vom Amt. Und wenn es nur Arbeit als Schneeschipper, Stadtparkreiniger oder Einkaufshelferin für Alte und Schwache ist – zu Hause bleiben dürfen holländische Arbeitslose nicht.

Dazu folgender Hinweis:

In Holland bekommen Arbeitslose ca. 870 Euro inklusive Miete. auch rententechnisch sind In Holland deutlich besser abgesichert. Wer in Holland 50 Jahre gelebt hat, bekommt grundsätzlich eine Mindestrente von 1100 Euro. In Deutschland können Hungerlöhner und Hartz IV – Betroffene auf eine Hungerrente von aktuell von 364 Euro plus angemessener Unterkunft hoffen. Abzüglich nicht verschreibungspflichtige Medikamente, Praxisgebühr, die Kosten für eine notwendige Brille usw. usw.

Rita Knobel-Ulrich hat sich umgesehen im boomenden Wirtschaftszweig derer, die mit der Arbeitslosigkeit in Deutschland gutes Geld machen.

Die Hartz Maschine – Der Film – Jetzt die Vollversion!!!

Siehe auch Welt – Online:

TV-DOKUMENTATION – Autor: Eckhard Fuhr

Peter Hartz – die Chiffre für soziale Kälte

Sein Name steht für die Arbeitslosen- und Sozialhilfe „Hartz IV“ – ob er will oder nicht. Eine ARD-Doku zeigt die Tragödie des Arbeitsdirektors Peter Hartz.

Weiterlesen, Welt – Oline:

http://www.welt.de/fernsehen/article13715146/Peter-Hartz-die-Chiffre-fuer-soziale-Kaelte.html

ALTERSARMUT – Wenn das Geld nicht reicht

ALTERSARMUT – Wenn das Geld nicht reicht

Von Anne Lena Mösken

Viele, die sich bei der Berliner Tafel Lebensmittel holen, sind Rentner – nach einem unabhängigen oft langen berufstätigen Leben fühlen sie sich als Bettler und schämen sich ihrer Hilfsbedürftigkeit.

Der alte Mann stopft wortlos drei Kartoffeln, drei Tomaten und zwei Brote in seinen Plastikbeutel. Er will seinen Namen nicht sagen und auch nicht, warum er hier ist. Er holt Lebensmittel ab, mit gesenktem Blick schleppt er die volle Tüte zum Ausgang.

Ein Mal in der Woche verteilt die Berliner Tafel an dieser Ausgabestelle im östlichen Stadtzentrum Berlins Lebensmittel an Bedürftige. Bis zu 50 Menschen kommen dann, viele von ihnen sind Rentner. Ingeborg Bernsau, die seit vier Jahren die Lebensmittelausgabe organisiert, schaut dem Mann hinterher. „Niemand gibt gerne zu, dass er arm ist“, sagt sie, besonders nicht die Älteren. Sie kennt das und sagt dann: „Sie sind doch nicht der einzige! Sie müssen sich nicht schämen.“

Auf der Bank im Hof sitzt eine alte Frau in der Sonne, die Arme auf einen Trolley gestützt. Eigentlich will auch sie nicht reden: „Heute ist so ein schöner Tag, das macht mich nur traurig.“ Sie schweigt, dreht die Zeitung zwischen ihren Händen zu einer festen Rolle, dann spricht sie doch weiter: „Stellen Sie sich vor, Sie sind ihr ganzes Leben lang von niemandem abhängig und auf einmal müssen Sie betteln gehen.“ 42 Jahre lang hat sie als Schneiderin gearbeitet, erst in einer Fabrik, dann hat sie am Theater Kostüme genäht. Weil ihre Miete mehrmals gestiegen ist, kommt sie mit ihrer Rente kaum noch über den Monat. 400 Euro zahlt sie für die eineinhalb Zimmer unweit des Arkonaplatzes, eine Gegend, die schick geworden ist, seit die Mauer fiel; wo heute die Eigentumswohnungen mehrere Hunderttausend Euro kosten. Aber sie will nicht weg von dort, wo sie ihr ganzes Leben verbracht hat.

Weiterlesen, Frankfurter Rundschau:

http://www.fr-online.de/arbeit—soziales/altersarmut-wenn-das-geld-nicht-reicht,1473632,10801642.html

Unterforderte Arbeitnehmer – Jeder Zehnte will mehr arbeiten

Unterforderte Arbeitnehmer – Jeder Zehnte will mehr arbeiten

Die Bundesregierung freut sich über die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Doch wie geht es den Arbeitnehmern abseits der Quote? Jeder Zehnte von ihnen fühlt sich unterfordert.

Der russische Feldmarschall Grigori Alexandrowitsch Potjomkin hatte es nicht leicht am russischen Hof. Seinen Erfolg bei der Zarin Katharina II. neideten ihm seine Gegner. Sie setzten deshalb das Gerücht in Umlauf, dass er auf der neu eroberten Halbinsel Krim Dörfer aus bemalten Kulissen habe errichten lassen, um die Zarin zu beeindrucken – und um den verheerenden Zustand der Gegend zu verschleiern. So entstand die Legende von den Potemkinschen Dörfern.

Auch die Bundesregierung freut sich derzeit außerordentlich über die Lage am Arbeitsmarkt. Im Oktober gab es 2,737 Millionen Menschen ohne Arbeit, auch das vergangene Jahr mit einer offiziellen Arbeitslosenzahl von 3,244 Millionen Menschen verbucht die Bundesregierung als großen Erfolg. Doch worauf es wirklich ankommt, nämlich auf die Frage, ob die Menschen nach ihrem eigenen Dafürhalten ausreichend Arbeit finden, das messen diese Zahlen nicht.

Weiterlesen Frankfurter Rundschau:

http://www.fr-online.de/arbeit—soziales/unterforderte-arbeitnehmer-jeder-zehnte-will-mehr-arbeiten,1473632,11131064.html

»Eltern schämen sich vor den eigenen Kindern«

»Eltern schämen sich vor den eigenen Kindern«

Eine Studie befragte Hartz-IV-Bezieher, wie sie sich beim Besuch einer »Tafel« fühlen.

Ein Gespräch mit Jens Becker

Interview: Gitta Düperthal

Jens Becker ist Lehrbeauftragter am Fachbereich Gesellschaftswissenschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität haben Hartz-IV-Bezieher in Interviews befragt, ob sie sich schämen, Lebensmittel aus einer »Tafel« zu beziehen. Zu welchem Resultat kommt die Studie, die am heutigen Donnerstag in Saarbrücken bei einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung diskutiert wird?

Die Studie besteht aus qualitativen Interviews und zeigt einen Trend auf. Wir haben Bezieher von Hartz-IV-Leistungen sowie aufstockende Niedriglohnbezieher befragt, und kommen zum Ergebnis, daß bei ihnen Schamgefühle vorhanden sind: Man will nicht gesehen werden, wenn man den Eingang der »Tafel« betritt; man redet mit Verwandten ungern darüber. Erwachsene schämen sich mehr als Kinder. Sie leiden unter gesellschaftlicher Abwertung, fehlender Anerkennung und mangelndem Selbstwertgefühl. Eltern schämen sich vor den eigenen Kindern, zugeben zu müssen, von der »Tafel« Mangelware aus zweiter Hand zu erhalten und in der Konsumgesellschaft nicht nach dem bekannten Muster mitwirken zu können.

Die »Tafeln« sind umstritten; welche Rolle nehmen sie ein?

Sie haben einen gewissen gesellschaftlichen Siegeszug erlebt, verstehen sich als soziale Bewegung und wirken professionell. Das Bundesfamilienministerium sponsert sie, die Ministerinnen Ursula von der Leyen und deren Nachfolgerin Kristina Schröder (beide CDU) haben jeweils eine Schirmherrschaft übernommen. Die »Tafeln« werben damit für sich, Gutes zu tun und haben sich mit mittlerweile 1,2 bis 1,3 Millionen Nutzern etabliert. Sie übernehmen eine Komplementärfunktion zum Sozialstaat, ergänzen das Sozialgesetzbuch, indem sie Güter, die Lebensmittelketten nicht mehr brauchen, an Bedürftige verteilen. Ihr hauptamtlicher Apparat ist klein, viele arbeiten ehrenamtlich. Vieles läuft über Sponsoring; diverse Konzerne steuern Lieferwagen und Reifen bei und nutzen die »Tafeln« mit der Hinterabsicht: »Schaut her, wir tun Gutes«.

Weiterlesen, Junge Welt:

http://www.jungewelt.de/2011/11-10/054.php

ARD – Exlusiv – Armut in Deutschland – „Schlange stehen für altes Brot“

ARD – Exlusiv – Armut in Deutschland – „Schlange stehen für altes Brot“

Hauke Wendler hat mit einem Kamerateam zwei Wochen lang bei der Stralsunder Tafel gedreht. Er begleitete ehrenamtliche Mitarbeiter bei ihrer täglichen Fahrt zu Supermärkten, Gemüsehändlern und Bäckereien und lernte bei der Tafel Menschen kennen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen mehr haben, die einmal in der Woche Schlange stehen für eine Tüte mit alten Lebensmitteln.

Die Hoffnung auf Arbeit haben sie nie aufgegeben. Doch reicht die Unterstützung durch den Staat kaum zum Leben. Seit 11 Jahren helfen Ehrenamtliche der Stralsunder Tafel, an Bedürftige Waren zu verteilen. Oft sind die Ehrenamtlichen selber arbeitslos.

Pressemeldung / Programmhinweis: LINKE beantragt Aktuelle Stunde zum Mindestlohn – Aktuelle Stunde am 10.11.2011 ab ca. 12.00 Uhr live auf Phoenix

Pressemeldung / Programmhinweis: LINKE beantragt Aktuelle Stunde zum Mindestlohn – Aktuelle Stunde am 10.11.2011 ab ca. 12.00 Uhr live auf Phoenix

31.10.2011 – DAGMAR ENKELMANN

„Die wirksamste Maßnahme gegen den sich ausbreitenden Niedriglohnsektor ist ein gesetzlich garantierter, flächendeckender Mindestlohn. Dazu bedarf es keiner Parteitagsbeschlüsse, sondern unverzüglichen politischen Handelns der Bundesregierung. Das will DIE LINKE in der nächsten Woche im Bundestag in einer Aktuellen Stunde thematisieren“, erklärt Dagmar Enkelmann, 1. Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Überlegungen in der Union für eine allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze. Enkelmann weiter:

„Die herrschende Politik hat vor dem Skandal, dass immer mehr Menschen in der Bundesrepublik nicht von ihrem Einkommen leben können, viel zu lange die Augen verschlossen. Die gebetsmühlenartigen Argumente, ein Mindestlohn vernichte Arbeitsplätze, sind durch die Studie von sechs Forschungsinstituten erneut widerlegt worden. Bei der Einführung von Mindestlöhnen seien keine nennenswerten Folgen für Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit nachzuweisen, heißt es in der von der Bundesregierung selbst in Auftrag gegebenen Studie.“

Die Linke:

http://www.linksfraktion.de/pressemitteilungen/linke-beantragt-aktuelle-stunde-mindestlohn/

Phoenix überträgt am 10.11.2011 ab ca. 12.00 Uhr diese Aktuelle Stunde live

Der Livestream:

http://interaktiv.phoenix.de/livestream/wm_high3.html

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Der Blogwart 2.0

Wollte ursprünglich mal über nette Hobbies schreiben, bin dann aber in der "Twilight Zone" des politischen Alltags gelandet.

Sozialsystem Schweiz

Eine unzensierte Kommunikation zwischen einem Sozialhilfeempfänger und dem Sozialamt Bern und Ämter. Dieses Archiv (Mirror1) ist den BGE Generationen gewidmet (Quelle: tapschweiz.blogspot.ch)

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Nicht nur Kritik am Arbeitsamt

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