ALG II Eingliederungsvereinbarung in 7 Teilen

ALG II Eingliederungsvereinbarung Teil 1

ALG II Eingliederungsvereinbarung Teil 2

ALG II Eingliederungsvereinbarung Teil 3

ALG II Eingliederungsvereinbarung Teil 4

ALG II Eingliederungsvereinbarung Teil 5

ALG II Eingliederungsvereinbarung Teil 6

ALG II Eingliederungsvereinbarung Teil 7

Gericht: Lebensmittelgutscheine reichen

Gericht: Lebensmittelgutscheine reichen

Sozialrichter in Karlsruhe erklärten 100prozentige Streichung von Hartz-IV-Bezügen für zulässig

Von Susan Bonath

Ein schlecht bezahlter Job bei einer Zeitarbeitsfirma mit einem vermutlich teuren Anfahrtsweg von über einer Stunde? Egal, Hartz-IV-Bezieher müssen auch ein derart mieses Angebot annehmen. Tun sie es nicht, oder verlangen sie gar noch Bedenkzeit, darf das Jobcenter ihnen die Leistung kürzen, im Wiederholungsfall um 100 Prozent. Das entschied das Karlsruher Sozialgericht in einem Urteil von Anfang Juni, wie das von der ra-online GmbH betriebene Internetportal

http://www.kostenlose-urteile.de

jetzt berichtete.

Weiterlesen Junge Welt am 29.06.2012:

http://www.jungewelt.de/2012/06-29/043.php

WICHTIGER HINWEIS !

Auch Heute, Samstag den 30.06.2012 gibt es auf OkiTalk.com eine Sendung zu Hartz IV von 19.00 bis 21.00 Uhr!!!!!!

Programmhinweis: MDR / Fakt ist …! Aus Magdeburg am 02.07.2012 – 22.05 Uhr: Arbeit? Nein, Danke! – Hartz IV oder Geld für alle?

Programmhinweis: MDR – Fernsehen / Fakt ist …! Aus Magdeburg

Arbeit? Nein, Danke! – Hartz IV oder Geld für alle?

http://www.mdr.de/tv/programm/sendung139476.html

Mo., 02.07. 22:05 Uhr 43:30 Min

Minijobs boomen, der Niedriglohnsektor wächst, immer mehr Menschen müssen aufstocken, sie können trotz eines Vollzeitjobs ihre Existenz nicht mehr aus eigener Kraft sichern. Vor allem im Osten der Republik droht deshalb vielen heutigen Arbeitnehmern und Hartz-IV-Empfängern die Altersarmut. Das soziale Netz ist zum Zerreißen gespannt. Wird es eines Tages reißen oder kann es stabilisiert werden? Ein Vorschlag, der immer wieder die Runde macht, ist die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen. Kurz gesagt, soll allen Bürgern die gleiche Geldsumme im Monat zur Verfügung gestellt werden – und das unabhängig ihres Einkommens, unabhängig, ob sie arbeiten oder nicht.

Ist bedingungsloses Grundeinkommen wirklich ein gangbarer Weg in eine gerechtere Gesellschaft oder ist es eine nicht bezahlbare Utopie? Nicht arbeiten und trotzdem Geld bekommen – kann das funktionieren? Was wäre, wenn wir ab sofort ein Mindestgehalt beziehen würden, ohne etwas dafür tun zu müssen? Würden wir dann kündigen? Wie viel Geld braucht man, um in Deutschland abgesichert zu sein? Und wie realistisch ist so ein Existenzgeld letztendlich wirklich?

Ines Krüger diskutiert diese und weitere Fragen mit ihren Gästen:

• Bernhard Jirku, Bereichsleiter Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik bei ver.di;

• Katja Kipping, Bundesvorsitzende DIE LINKE;

• Claus Schäfer, Sozialwissenschaftliches Institut des DGB und

• Susanne Wiest, Sozialaktivistin.

„Sind Sie für ein Grundeinkommen?“ lautet die TED-Frage, die „Fakt ist…!“ an die Zu-schauer richtet. 0137 / 100 11 01 ist die Rufnummer für JA; 0137 / 100 11 02 für NEIN (0,14 € pro Votum aus dem deutschen Festnetz, ggf. abweichende Mobilgebühren).

Die Meinungen der Zuschauer sind außerdem wie immer willkommen unter faktist@mdr.de, im Diskussions-Forum auf http://www.mdr.de/fakt-ist oder bei Facebook unter http://www.facebook.com/MDRSachsenAnhalt. Bürger-Reporterin Ines Klein gibt die Fragen der Zuschauer weiter an die Talkgäste.

Moderation:

Ines Krüger

Anschrift:

MDR FERNSEHEN
MDR LANDESFUNKHAUS SACHSEN-ANHALT
Redaktion „Fakt ist …! – Aus Magdeburg“
Stadtparkstraße 8
39114 Magdeburg

E-Mail:

faktist-magdeburg@mdr.de

„Arbeit? Nein, Danke! – Hartz IV oder Geld für alle?“ | Fakt ist…!

Die ausgestrahlte Sendung (Vollversion):

Gierige Verkäuferin

Gierige Verkäuferin

Ja, das ist doch wirklich unverschämt von diesen entlassenen Schlecker-Frauen: Da bemühen sich die Arbeitsagenturen vor Ort, die Frauen zu vermitteln – aber viele nehmen die Angebote nicht an. Warum? »Es kristallisiert sich heraus, dass die guten Verdienstmöglichkeiten bei Schlecker ein Vermittlungshemmnis sind«, erklärte jüngst Eva Strobel, Leiterin der baden-württembergischen Regionalagentur für Arbeit in der »Stuttgarter Zeitung«. Denn Schlecker zahlte nach harten Auseinandersetzungen mit ver.di bekanntlich Tarif: zwischen 10 und 14 Euro. Üblich sind im Handel 8 bis 10 Euro pro Stunde. Das sollte den Frauen reichen, findet die Agentur-Chefin und weiß auch, wie man die Arbeitslosen dazu bringt, schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen: Nach drei Monaten müssten die Frauen Stellen annehmen, die 30 Prozent unter dem bisherigen Lohn liegen, nach sechs Monaten reicht es, wenn die angebotene Stelle 60 Prozent des bisherigen Gehalts bringt. Dann, so ist sich Strobel sicher, wird die Vermittlung schon klappen. Genau: Dann können 50-jährige Frauen, die sich ohne Ausbildung in 20 Jahren bis zur Schlecker-Filialleiterin hochgearbeitet haben, einen Teilzeit-Flexi-Job bei H&M annehmen. Das klappt sicher!

Weiterlesen im Neuen Deutschland vom 22.06.2012

http://www.neues-deutschland.de/artikel/230443.gierige-verkaeuferin.html

Armutsnetzwerk als bundesweite, unabhängige Interessenvertretung von und für Armutsbetroffene als Verein gegründet

Armutsnetzwerk als bundesweite, unabhängige Interessenvertretung von und für Armutsbetroffene als Verein gegründet

Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfeinitiativen und –organisationen aus dem Bundesgebiet haben auf ihrem ersten Treffen in Sulingen bei Bremen von Donnerstag, 21.06., bis Samstag, 23.06., beschlossen, ihre Interessen zukünftig als Verein selbst zu vertreten und auf Europäischer-, Bundes-, und regionaler Ebene aktiv zu werden.

Ziel des Armutsnetzwerks ist die unabhängige Selbstvertretung der Interessen von Armut und Ausgrenzung bedrohter und betroffener Menschen:

„Konkret werden wir auf die Folgen zunehmender Armut für Betroffene und Gesellschaft aufmerksam machen. Durch politische Aktionen, durch Selbstorganisation und die inhaltliche Arbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen und vor Ort wollen wir gegen Armut und Ausgrenzung aktiv werden und im Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteuren konkrete Lösungen fordern.“ so Dietmar Hamann, Gründungsmitglied und einer der Initiatoren des Armutsnetzwerkes.

„Damit beziehen wir Stellung gegen die zunehmende Vertafelung der Gesellschaft aufgrund zu geringer sozialstaatlicher Leistungen und die Diskriminierung von Menschen, die wegen fehlender sozialpolitischer Absicherung und zu niedriger Löhne ins soziale Abseits gestellt oder als ‚sozial schwach‘ gebrandmarkt werden.“ so Brigitte Hartung, Mitinitiatorin des Treffens.

Kritik kam auf dem Treffen auch an der Arbeit der Wohlfahrtsverbände: „Die Politik der Wohlfahrtsverbände hat es nicht geschafft, Armut zu verhindern oder unsere Interessen als Betroffene wirklich zu vertreten. Daher werden wir nun selbst Lobby unserer Interessen und der Rechte, die uns verweigert werden.“ so Jürgen Habich, ebenfalls einer der Initiatoren des Treffens und seit 1990 in der Sozialberatung aktiv.

Andreas Geiger, Pressesprecher Armutsnetzwerk

Kontakt: info@armutsnetzwerk.de

Armutsnetzwerk:

http://www.armutsnetzwerk.de/

Zum Leben zu wenig

Zum Leben zu wenig

Von Claudia Wangerin

Der wirtschaftliche Aufschwung geht an immer mehr Menschen vorbei: Immer weniger Erwerbstätige können von ihrer Arbeit leben, immer mehr benötigen einen Zuschuß vom Staat. Wie eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes [DGB] belegt, stieg die Zahl der Haushalte mit mindestens einem erwerbstätigen Hartz-IV-Bezieher von 2007 bis 2010 in den ostdeutschen Bundesländern um elf und in den westdeutschen um 14 Prozent. In den alten Ländern waren Ende 2011 durchschnittlich fast 29 Prozent der Hartz-IV-Bezieher zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig und nahezu ein Drittel in den neuen Ländern. In Brandenburg, Sachsen und Thüringen stellen die arbeitenden Hartz-IV-Bezieher sogar mehr als ein Drittel aller erwerbsfähigen Hilfeempfänger. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern sank ihr Anteil minimal – um 0,4 Prozent.

Weiterlesen in junge Welt vom 26.06.2012

http://www.jungewelt.de/2012/06-26/061.php

Neuer Job für Ärzte: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) für Hartz-IV-Empfänger

Neuer Job für Ärzte: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) für Hartz-IV-Empfänger

Hartz IV in der Arztpraxis: Das kann für niedergelassene Ärzte künftig mehr Arbeit bedeuten. Denn sie sollen Leistungsempfängern bald die Arbeitsunfähigkeit bestätigen. Das kann unangenehme Folgen haben.

BERLIN (HL). Auf die Vertragsärzte kommt zusätzliche und in manchen Konstellationen auch unangenehme Arbeit zu. Sie werden verpflichtet, erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die Lebensunterhalt nach dem SGB II erhalten (Hartz-IV-Empfänger), die Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat dafür jetzt eine Definition gefunden: Arbeitsunfähig sind diese Personen dann, wenn sie krankheitsbedingt nicht länger als drei Stunden am Tag arbeiten oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilnehmen können.

„Mit dieser Definition hat der GBA einen verbindlichen und praxistauglichen Maßstab für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit gewählt, der den unterschiedlichen Verwendungszwecken einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch für diesen Personenkreis einigermaßen gerecht wird“, sagte der unparteiische GBA-Vorsitzende Dr. Rainer Hess.

Hintergrund: Hartz-IV-Empfänger sind verpflichtet, alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen.
So ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gegenüber den Jobcentern dann nötig, wenn Arbeitsgelegenheiten oder die Teilnahme an einer Eingliederungsmaßnahme aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrgenommen werden können.

Insofern entscheiden Ärzte auch über Leistungsansprüche von Patienten gegenüber der Bundesagentur für Arbeit.

Der Beschluss des Bundesausschusses wurde gegen das Votum der KBV gefasst. Problematisch ist die Entscheidung für Ärzte vor allem dann, wenn diese den Patienten und seine Krankengeschichte nicht kennen.

Ärzte Zeitung.de

http://www.aerztezeitung.de/news/article/816399/neuer-job-aerzte-au-hartz-iv-empfaenger.html

»Die Sozialpolitik ist weitgehend gescheitert«

»Die Sozialpolitik ist weitgehend gescheitert«

Auf die Hilfe der Tafeln sind 1,5 Millionen Menschen angewiesen – 200000 mehr als vor zwölf Monaten.

Ein Gespräch mit Anke Assig

Interview: Gitta Düperthal

Anke Assig ist Sprecherin des Bundesverbandes Deutsche Tafel

Der Bundesverband Deutsche Tafel kritisiert anläßlich seines Bundestreffens in Thüringen, daß die konjunkturellen Erfolgsmeldungen der Bundesregierung über das wahre Ausmaß der Armut hinwegtäuschen. Wie problematisch ist die aktuelle Situation in Deutschland – sieben Jahre nach der Einführung von Hartz IV und der Gründung der Tafeln?

Da muß man sich einfach die Daten anschauen. Das Bundesamt für Statistik hat im November 2011 die Zahl der von Armut betroffenen oder davon bedrohten Menschen mit 13 Millionen beziffert. Das ist ein Vielfaches der 2,8 Millionen Arbeitslosen, die in der Erwerbslosenstatistik auftauchen. Arbeitslosigkeit allein ist insofern nicht mehr das Hauptmerkmal für Armut. Zu den Betroffenen zählen beispielsweise in Vollzeit zu Niedriglöhnen arbeitende Menschen, aus familiären oder betrieblichen Gründen in Teilzeit Tätige, sowie Nichterwerbsfähige, die deshalb auf Transferleistungen angewiesen sind. Aber auch Seniorinnen und Senioren, die zwar Jahrzehnte in die Rentenkassen eingezahlt haben – aber weil sie in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig waren, nun mit Grundsicherung auskommen müssen. In dieser Statistik sind auch ungefähr zwei Millionen Kinder und Jugendliche erfaßt, die in Haushalten aufwachsen, deren Einkommen nicht ausreicht, um den Unterhalt der Familie zu finanzieren. Auch sie sind auf das Existenzminimum zurückgeworfen. Die Zahl der Menschen, die in den zurückliegenden zwölf Monaten regelmäßig die Lebensmittelhilfe der Tafeln in Anspruch genommen haben, ist nach unseren Schätzungen von 1,3 auf 1,5 Millionen angestiegen.

Weiterlesen in Junge Welt vom 22.06.2012

http://www.jungewelt.de/2012/06-22/051.php

Bayrischer Rundfunk: „Was läuft hier falsch“

Sind sie das deutlichste Zeichen für die Armut in unserem Land? In Deutschland gibt es mittlerweile 891 Tafeln, die 1,5 Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Wie kommt das? Die Anrufer im Tagesgespräch haben diskutiert.

Es sind Lebensmittel, die im Supermarkt nicht mehr verkauft werden können, aber noch einwandfrei sind. Sie werden eingesammelt und günstig oder kostenlos an Bedürftige abgegeben. Immer öfter scheint das so zu sein. Rund 1,5 Millionen Menschen nutzen derzeit die Unterstützung der Tafeln, 200.000 mehr als vor einem Jahr. Insbesondere der Anteil von Familien mit Kindern und Senioren sei gestiegen, meldet der Bundesverband Deutsche Tafel.

Weiterlesen beim Bayerischen Rundfunk vom 21.06.2012

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/tagesgespraech/diskussion-lebensmittel-tafel100.html

Sendung: Radio Bayern 2 / Tagesgespräch: „Was läuft hier falsch“

WIR HABEN ES SATT ! – Armut bekämpfen statt Armut lindern – „Kritisches Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln“

http://aktionsbuendnis20.de/mitmachen.html

Armutsbekämpfung statt Lebensmittelwetten ! – Offener Brief

http://aktionsbuendnis20.de/fileadmin/templates/images/OffenerBrief.pdf

Offenen Brief unterschreiben:

http://aktionsbuendnis20.de/mitmachen.html

Deutschlandradio Kultur: Soziologe Stefan Selke fordert eine „armutsfeste Mindestsicherung“

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1790002/

http://www.blog.de/srv/media/dewplayer.swf?son=http://data7.blog.de/media/304/6447304_810463ac77_a.mp3
dradio Kultur Stefan Selke – Die Tafeln eine gute Sache

Tafeln suchen Wege gegen Lebensmittelverschwendung:

http://www.stern.de/lifestyle/lebensart/tafeln-suchen-wege-gegen-lebensmittelverschwendung-1842429.html

Dazu die Diskussion im Erwerbslosenforum:

http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/93830-tafeln-suchen-neue-konzepte-um-expandieren.html

HARTZ IV: OHNE ARME BEWERBUNGEN SCHREIBEN? – Jobcenter sanktionierte Schwerbehinderte

HARTZ IV: OHNE ARME BEWERBUNGEN SCHREIBEN? – Jobcenter sanktionierte Schwerbehinderte

16.06.2012

Eine Hartz-IV-Bezieherin aus dem Kreis Karlsruhe konnte aus gesundheitlichen Gründen keine Bewerbungen schreiben. Der Betroffenen wurde aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung der linke Unterarm amputiert. Auch der zweite verbliebene Arm erkrankte und machte somit das Schreiben von Bewerbungen unmöglich. Dennoch beharrte das zuständige Jobcenter auf eine getroffene Eingliederungsvereinbarung und kürzte trotz ärztlichen Gutachten die gesamten Hartz IV-Leistungen erst um 30, dann um 60 und zum Schluss um 100 Prozent. Lediglich Lebensmittelgutscheine verblieben am Ende der nachgewiesenermaßen schwerbehinderten Arbeitslosengeld II-Empfängerin.

Auch ein daraufhin eingelegter Widerspruch brachte keine Einsicht bei der Behörde, weshalb die Betroffene mit Hilfe eines Anwalts das Sozialgericht Karlsruhe einschaltete. Das Gericht zeigte Erbarmen und urteilte, dass eine einarmige Leistungsbezieherin nach dem SGB II aufgrund einer Verletzung des verbliebenen Armes keine Bewerbungen schreiben kann, weshalb das Jobcenter trotz der unterschriebenen Eingliederungsvereinbarung die ALG-II-Leistungen nicht sanktionieren darf. Schließlich habe die Klägerin „einen gewichtigen Grund“, die Auflagen des Jobcenters nicht einzuhalten, wie die Richter mit dem Urteil Aktenzeichen: S 4 AS 2005/11 entschieden.

Im konkreten Fall hatte eine 1959 geborene schwerbehinderte Frau geklagt, deren linker Unterarm vor einiger Zeit bereits operativ entfernt wurde. In einer Eingliederungsvereinbarung hatte sie sich gegenüber dem Leistungsträger verpflichtet, mindestens zwei Bewerbungen je Monat an potentielle Arbeitgeber zu versenden. Weil der Gesundheitszustand der Klägerin sich verschlechterte, konnte die Frau die Auflagen „mehrfach nicht einhalten“, weshalb das Jobcenter die Ansicht vertrat, nunmehr den gesamten Hartz IV-Regelsatz für drei Monate komplett zu streichen. In dem Bescheid hieß es, die Leistungsbezieherin habe „keine Eigenbemühungen für einen neue Arbeitsstelle nachgewiesen“. Lediglich Lebensmittelgutscheine wurden der schwerkranken Frau seitens des Jobcenters zugebilligt.

Während der Verhandlung vor Gericht berichtete die Betroffene, dass auch ihr verbliebener rechter Arm große Gesundheitsprobleme verursache. Daher habe sie sich einer weiteren Operation am rechten Arm unterziehen müssen. Weil der linke Arm bereits fehlt und der rechte Schmerzen und neurologische Empfindungsstörungen verursacht, konnte sie der Forderung nicht nachkommen. Die Aussagen wurden durch mehrere Gutachten durch die behandelnden Ärzte bestätigt. Zudem leide die Klägerin Schäden an der Wirbelsäule, wie ein Orthopäde feststellte.

Nach all dem Vorgetragenen konnten die Sozialrichter nicht anders, als alle Sanktionen als rechtswidrig einzustufen. Da die Hartz-IV-Bezieherin nur noch ein Arm hat und zudem unter schweren Gesundheitsproblemen des anderen Arms leidet, kann sie ohne Hände keine Bewerbungen schreiben. Das Jobcenter wurde dazu verurteilt, alle gekürzten Leistungen zu erstatten. (sb)

Nachzulesen in gegen – hartz.de vom 16.06.2012

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-ohne-arme-bewerbungen-schreiben-900978.php

Neues Buch gegen Hartz IV: »Kaltes Land« – Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie

Neues Buch gegen Hartz IV: »Kaltes Land« – Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie

In Deutschland nimmt die staatlich organisierte Ausgrenzung und Erniedrigung von Menschen in Not und Armut dramatische Formen an.
Die Autorinnen und Autoren analysieren diese Entwicklung, beschreiben ihre erschreckende Dramatik in einzelnen Fällen und ermöglichen so eine Bestandsaufnahme des gesellschaftlichen und politischen Klimas in der gesamtdeutschen Bankenrepublik.

In Fortsetzung der rot-grünen Agenda 2010 unter der Großen Koalition verantwortet die schwarz-gelbe Merkel-Regierung einen bisher ungekannten Grad sozialer Verrohung. Mit Blick auf die menschenverachtende Vollstreckung der Hartz-IV-Schikanen spricht der katholische Sozialethiker Friedhelm Hengsbach in diesem Buch von einem »Bürgerkrieg der politischen Klasse gegen die arm Gemachten«.

Die Herausgeber ziehen historische Vergleiche mit dem Niedergang der Weimarer Republik. Betroffene kommen mit ihren Erfahrungen zu Wort. Wissenschaftliche Autorinnen und Autoren plädieren für eine andere, eine menschengerechte Ökonomie in einer humanen Republik.

Ein notwendig provokantes Buch, das sich nicht darauf beschränkt, nur anzuklagen.
Es geht auch darum, zu einem Widerstand aufzurufen, der sich für ein politisches Revoltieren ausspricht: in Freiheit, Solidarität und Menschenwürde eine epochal neue Zukunft zu gestalten.

Die Herausgeber:

Rudolph Bauer, geboren 1939, Politikwissenschaftler und Soziologe, Dr. phil., bis 2002 an der Universität Bremen Professor für Wohlfahrtspolitik und Soziale Dienste.

Holdger Platta, geboren 1944, ist nach Studium der Germanistik, Geschichte, Pädagogik und Politologie Autor und Wissenschaftsjournalist.

Verlagsinfo zum Buch:

http://www.laika-verlag.de/laika-diskurs/kaltes-land

Zitat aus „Kaltes Land“:

„Den meisten Menschen in unserem Lande ist nicht bekannt und schon gar nicht bewusst, welches brutale Entmenschlichungsgeschehen sich vor ihren Augen abspielt – genauer: vor ihren von der Politik und Medien verschlossen gehaltenen, vernebelten Augen. Nach wie vor wird Hartz IV von vielen nicht als das durchschaut, was es in Wirklichkeit ist: eine von Herrschenden gemachte und zu verantwortende Unmenschlichkeitskatastrophe. Diese wird auch nicht kleiner und tolerierbar, weil es anderswo in der Welt ebenfalls Unmenschlichkeit, Elend und Not gibt. Mit dem »Staatsprojekt Unmenschlichkeit« wird hierzulande nämlich zweierlei getestet: die Apathie der Betroffenen, der Kaputtgemachten, und die Gleichgültigkeit der Nicht-Betroffenen. Die Testfrage lautet: Wie viel Barbarei ist in einer Gesellschaft zumutbar gegenüber den zur Minderheit gemachten und als solche ausgegrenzten Mitmenschen im eigenen Land?“

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Der Blogwart 2.0

Wollte ursprünglich mal über nette Hobbies schreiben, bin dann aber in der "Twilight Zone" des politischen Alltags gelandet.

Sozialsystem Schweiz

Eine unzensierte Kommunikation zwischen einem Sozialhilfeempfänger und dem Sozialamt Bern und Ämter. Dieses Archiv (Mirror1) ist den BGE Generationen gewidmet (Quelle: tapschweiz.blogspot.ch)

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Nicht nur Kritik am Arbeitsamt

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