Die Zukunft armer Haushalte sieht düster aus

Die Zukunft armer Haushalte sieht düster aus

Trotz mehrerer Todesfälle: Bundesregierung ignoriert Bedarf von mehr Schutz vor Stromabschaltungen

Bei Strom- und Gasabsperrungen wegen Zahlungsrückständen ist die Bundesrepublik Spitzenreiter in der EU. Trotz einer entsprechenden EU-Richtlinie sieht Schwarz-Gelb keinen Bedarf für besseren Schutz einkommensschwacher Haushalte.

Während Deutschlands Städte im vorweihnachtlichen Lichterglanz erstrahlen, sieht es für immer mehr Menschen buchstäblich düster aus. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 800 000 Haushalte, das entspräche einer Quote von zwei Prozent, in diesem Jahr wegen Zahlungsrückständen von der Strom- und/oder Gaszufuhr abgeschnitten wurden. Gegenüber 2011, als laut offiziellen Erhebungen 312 000 Haushalte von Sperrungen betroffen waren, wäre das mehr als eine Verdoppelung.

Weiterlesen im Neuen Deutschland vom 21.12.2012

http://www.neues-deutschland.de/artikel/807967.die-zukunft-armer-haushalte-sieht-duester-aus.html

Unter dem Mantel der Nächstenliebe. Zur Spendenkampagne einer großen Tageszeitung in diesen Weihnachtswochen / Holdger Platta

Unter dem Mantel der Nächstenliebe

Zur Spendenkampagne einer großen Tageszeitung in diesen Weihnachtswochen / Holdger Platta

Ganz großartig, könnte man sagen: in vielen Tageszeitungen der Bundesrepublik laufen derzeit Hilfsaktionen für Arme und Arbeitslose, für alte und erkrankte Menschen. Weihnachtszeit, das bedeutet: Deutschland hilft, auch durch ganze Artikelserien in ihren Regionalblättern. Tatsächlich nur dieses: großartig?

Ich habe mir während der letzten drei Wochen in unserer örtlichen Tageszeitung diese Berichte über hilfsbedürftige Menschen in der Bundesrepublik einmal etwas genauer angesehen, und zwar die Artikel in der Northeimer Ausgabe der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine“ (HNA). Es handelt sich um Beiträge zu einer großangelegten Spendenkampagne mit dem Titel „Aktion Advent“.

Eine Hilfsaktion mit menschlichem Antlitz…

Zuallererst ist festzustellen: die betreffende Redakteurin schreibt aus spürbarem Mitleid heraus, auch Töne der Herablassung fehlen, sogar das sonst nicht selten anzutreffende Verkitschungsvokabular gibt es in diesen Berichten nicht. Nein, gegen diese Art freiwilliger Caritas ist in menschlicher Hinsicht nichts einzuwenden. Und außerdem gilt: tatsächlich ist in Deutschland zur Adventszeit die Spendenfreude sehr groß. Was da gespendet wird, an Geldbeträgen oder Gegenständen, an Kinderspielzeug und Kleidung, an Esswaren und Süßigkeiten, das kommt bei den Hilfsbedürftigen zumeist auch an – im doppelten Wortsinn (lassen wir mal die Frage beiseite- nicht ganz unwichtig! -, wer den Kreis der Menschen ausgewählt hat, die Hilfe erhalten, nach welchen Kriterien das geschah, welche Zufälligkeiten also im Spiel sind und welche Willkür da regiert!).

…und was dahinter steckt

Mich beschäftigt bei diesen Aktionen und Berichten etwas ganz anderes, und um dieses erläutern zu können, muß ich einen kleinen Umweg machen.

Feststellung eins: wieder und wieder schimmert in diesen Berichten eine böse Wahrheit durch. Diese Menschen, denen da geholfen werden soll, sind hilfsbedürftig und arm, diese Menschen sind auf Mitleid und – leider einmalige oder kurzzeitige – Adventsalmosen angewiesen, weil ihnen im übrigen, übers ganze sonstige Jahr hinweg, systematisch nicht geholfen wird! Diese Weihnachtshilfen gleichen Eintagsfliegen, diese Hilfen sind erforderlich, nicht, weil diese hilfsbedürftigen Menschen versagt hätten (wer kann was für seinen Klumpfuß, für seine schwere Erkrankung, für seine Arbeitslosigkeit, in die ihn beispielsweise eine Unternehmenspleite – siehe Schlecker! – gebracht hat), nein, diese Hilfen sind erforderlich, weil der Sozialstaat ihnen gegenüber versagt. Mitleidsvolle Menschen helfen, in diesem Fall sporadisch jedenfalls, weil unser Staat diesen Bedürftigen gegenüber alltäglich Unbarmherzigkeit exekutiert. Und dieses, diese Eiseskälte eines kaputtreglementierten Sozialstaates, wird nicht beseitigt von der humanen Wärme einiger weniger Wochen vor dem Weihnachtsfest! Eine Wahrheit, ein Zusammenhang, der allerdings nirgendwo in diesen menschenfreundlichen Zeitungsberichten ausgesprochen wird.

Dieser Beitrag kann in den Nachdenkseiten vom 20. Dezember 2012 unter folgendem Link zu Ende gelesen werden:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=15529#foot_1

Holdger Platta (68), Wissenschaftsjournalist, veröffentlicht seit 2005 Analysen zu „Hartz IV“ im Internet. In diesem Frühjahr brachte er mit Rudolph Bauer/Uni Bremen das Buch heraus: „Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie“, mit Beiträgen unter anderem von Stéphane Hessel, Friedhelm Hengsbach und Christoph Butterwegge.

Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie:

http://hoelderlin.blog.de/2012/07/13/kaltes-land-verrohung-bundesrepublik-humane-gesellschaft-buchbesprechung-wdr-14099010/

Paritätischer Wohlfahrtsverband: „Armut auf Rekordhoch“

Paritätischer Wohlfahrtsverband: „Armut auf Rekordhoch“

Armut auf Rekordhoch, Tendenz steigend: Paritätischer fordert Sofortprogramm zur Armutsbekämpfung

Ein Sofortprogramm zur Bekämpfung der wachsenden Armut in Deutschland fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband, Gesamtverband e.V., anlässlich der Präsentation seines Armutsberichtes 2012 am heutigen Donnerstag in Berlin. Die Armutsgefährdungsquote habe seit 2006 stetig zugenommen und befinde sich mit 15,1 Prozent auf einem Höchststand seit der Vereinigung. Mit Bremen landet im Bundesländerranking erstmalig ein westdeutsches Bundesland auf dem letzten Platz. Die schlechteste Fünf-Jahres-Entwicklung zeigten das Ruhrgebiet und Berlin, die der Verband als Problemregionen Nummer eins einstuft.

Von einer relativen Konstanz der Armutsquoten, wie im Entwurf für den amtlichen Armutsbericht durch die Bundesregierung konstatiert, kann nach Aussage des Verbandes mit Blick auf die aktuellsten Entwicklungen keine Rede sein. Mit einem Zuwachs von vier Prozent sei die Armut in 2011 so stark gestiegen wie noch nie zuvor. In der zugleich gesunkenen Arbeitslosenquote sieht der Paritätische einen Beleg für die zunehmende Amerikanisierung des Arbeitsmarktes. „Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Armutslöhne sind der Preis, den Deutschland für die vermeintlichen Erfolge der Bundesregierung in der Arbeitsmarktpolitik bezahlt“, so Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider.

In Niedersachsen ist die Quote nach zwei Jahren erstmals wieder gestiegen (2011: 15,7%, 2010 und 2009 noch je 15,3%,). „Das erneute Ansteigen der Quote nach kurzer Stagnation in den Vorjahren verdeutlicht, dass die Maßnahmen zur Verringerung der Armut in Niedersachsen nicht greifen“, sagt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. Vor allem der starke Anstieg der Quote in Landkreisen wie Goslar und Osterode am Harz (2010: 18,3%, 2011: 20,1%) ist als deutliches Alarmzeichen zu werten. „Das sind Landkreise, die vom demografischen Wandel betroffen sind, ein Problem, mit dem wir in Niedersachsen als Flächenland schon heute in besonderem Maße konfrontiert sind und das sich in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. Es muss daher oberste Priorität haben, dafür zu sorgen, dass diese Landkreise künftig nicht noch stärker abgehängt werden und noch weiter in den Statistiken zurückfallen“, sagt Sebastian Böstel.

Geradezu dramatische Verwerfungen weist der Bericht für Berlin und das Ruhrgebiet aus. In den letzten fünf Jahren habe in diesen beiden größten Ballungsgebieten Deutschlands die Armutsgefährdungsquote jeweils um 25 bzw. 20 Prozent zugenommen. In einzelnen Ruhrgebietsstädten wie Duisburg stieg die Armutsgefährdungsquote sogar um über 34 Prozent. Schneider: „Was wir in Berlin und im Ruhrgebiet erleben, kommt einem armutspolitischen Erdrutsch gleich.“ Als Konsequenz fordert der Verband ein armutspolitisches Sofortprogramm, um gefährliche regionale Abwärtsspiralen zu stoppen. Das Programm sieht neben Mindestlöhnen, Mindestrenten und einem Mindestarbeitslosengeld I, den Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigung, die Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze sowie eine Reform des Wohngeldes vor. Das Sofortprogramm sei durch die Einleitung langfristiger strukturpolitischer Maßnahmen zu flankieren. Vordringlich sieht der Verband hier Aufgaben in der Bildung und der Jugendhilfe.

Der Paritätische – Gesamtverband:

http://www.paritaetischer.de/landesverband/top/presse/pressemeldungen/2012-12-20-PMS-46-12.html

Positive Trends gestoppt, negative Trends beschleunigt – Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2012 – Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

http://www.der-paritaetische.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin/dokumente/2012Armutsbericht/a4_armutsbericht-2012_web.pdf&t=1356742350&hash=ff75242fac39748fae5fc4e33b6f0810c55eeba3

Siehe dazu auch Kommentar in der taz vom 21.12.2012:

„Arme sind überall arm“

http://www.taz.de/Kommentar-Armutsbericht-Deutschland/!107839/

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