630 Millionen Euro zu Lasten des Lebensunterhalts – Hartz-IV-Haushalte bleiben auf Unterkunftskosten sitzen

630 Millionen Euro zu Lasten des Lebensunterhalts – Hartz-IV-Haushalte bleiben auf Unterkunftskosten sitzen

Johannes Steffen | Juli 2013

Im vergangenen Kalenderjahr zahlten Hartz-IV-Haushalte rund 630 000 000 Euro für laufende Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) aus »eigener Tasche«. Dies ergab eine Auswertung der Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) durch Portal Sozialpolitik. Während die Hartz-IV-Haushalte 2012 rund 15,5 Milliarden Euro für laufende KdU aufwenden mussten, wurden von den SGB-II-Trägern nur gut 14,8 Milliarden Euro anerkannt. Die Differenz mussten die Betroffenen damit faktisch aus ihrem Regelbedarfs-Budget decken, das eigentlich zur Sicherung des Lebensunterhalts vorgesehen ist.

Die Differenz zwischen den tatsächlichen und den anerkannten Kosten für Unterkunft und Heizung resultiert aus dem Umstand, dass die Kommunen, denen die Verantwortung für diesen Leistungsbereich im Rahmen des SGB II obliegt, Bedarfe für Unterkunft und Heizung nur insoweit berücksichtigen, wie diese »angemessen« sind (§ 22 SGB II). Über die diesbezüglichen Richtlinien wird vor Ort entschieden – in der Regel vor dem Hintergrund der regionalen Mietniveaus und der Mietobergrenzen des Wohngeldgesetzes. Da zudem das anrechenbare Einkommen und Vermögen der Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften gegengerechnet werden und auch Sanktionen im Einzelfall zu Leistungskürzungen führen können, fällt der am Ende von den SGB-II-Trägern tatsächlich geleistete KdU-Aufwand noch eimal niedriger aus; 2012 waren dies rund 13,3 Milliarden Euro.

Bezogen auf alle Bedarfsgemeinschaften (BGen) mit laufenden KdU (bundesweit knapp 3,2 Millionen BGen) wurden im vergangenen Jahr 95,9 Prozent der tatsächlichen Kosten anerkannt – umgekehrt gingen damit aber auch 4,1 Prozent der aufzuwendenden laufenden KdU, das waren rund 0,63 Milliarden Euro, zu Lasten der Regel- oder auch der Mehrbedarfsdeckung. Die Summe der nicht anerkannten KdU machte 4,7 Prozent der von den SGB-II-Trägern tatsächlichgeleisteten KdU-Aufwendungen aus. Diesen Anteil sparten die Jobcenter auf Kosten ihrer »Kunden«. Am höchsten waren die prozentualen Einsparungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, während die niedrigsten Anteilswerte auf die drei Stadt-Staaten entfielen.

Weiterlesen in Portal Sozialpolitk vom Juli 2013:

http://www.portal-sozialpolitik.de/home/hartz-iv-kosten-der-unterkunft

Hartz – IV – Haushalte bleiben auf Unterkunftskosten sitzen (kompletter Text) – (als pdf – Datei – inklusive aller Graphiken und Statistiken zum herunterladen)

http://www.portal-sozialpolitik.de/uploads/sopo/pdf/2013/2013-07-22-KdU_PS.pdf

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Uschi-DWT
    Jul 25, 2013 @ 10:34:43

    Na klar… irgendwo muss ja das Geld herkommen das so großzügig durch die Bundeskanzlerin für Griechenland und andere Notleidente EU-Länder ausgibt.

    Die Hauptsache nach außen sieht es so aus als wenn in Deutschland keine Not herrscht… wir sind ja so ein reiches Industrieland….

    Es wird nur übersehen das die Kinderarmut in Deutschland zum Teil extremer ist als in manchem sogenannten Dritteweltland…

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  2. blondie
    Jul 26, 2013 @ 00:23:53

    Da kan ich mich ihren Kommentar nur anschließen .Was dann aus der Jugend dann werden soll ,interessiert die Herrschaften der Politik nicht .
    Das System wird früher oder Später unter solchen Umständen zusammen brechen .
    Das ist so lange kein Suveränes Land mehr ,von Demokratie ganz zu schweigen .

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  3. Andi67
    Jul 29, 2013 @ 08:51:44

    Jetzt wirklich fertig und veröffentlicht!:

    RICHTERVORLAGE ZUM KLAGEN GEGEN SANKTIONEN (bis hoch zum Bundesverfassungsgericht):

    http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/briefe/2013-08-01–Veroeffentlichung-der-Richtervorlage.htm

    direkter Link:

    http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/brandbrief/Vorlageantrag/Inhaltsverzeichnis.htm

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  4. DerBlogwart
    Aug 05, 2013 @ 15:10:28

    Was denn „reiches Industrieland“? Die Statistiken muss man erstmal finden, um das zu belegen.
    Das Meiste ist mittlerweile nur noch peinlich. Bildung, Altersabsicherung, Niedrigloehne, selbst mobiles High-Speed Internet. Alles fail!

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