Gütetermin mit Jobcenter: Jubel für die Hartz-IV-Rebellin

Gütetermin mit Jobcenter: Jubel für die Hartz-IV-Rebellin

Von Nicolai Kwasniewski

Sie gibt nicht klein bei, sie will schon gar nicht eine Abfindung annehmen: Inge Hannemann, die als „Hartz-IV-Rebellin“ bekannt gewordene Arbeitsvermittlerin, will ihren Arbeitsplatz behalten. Beim Gütetermin vor dem Hamburger Arbeitsgericht gab es keine Einigung mit dem Jobcenter.

Hamburg – Es fing schlecht an für das Jobcenter Altona. Der Richter im vollkommen überfüllten Saal 112 des Hamburger Arbeitsgerichts begrüßte zuerst Inge Hannemann und ihren Anwalt, dann suchte er nach der Gegenseite, dem stellvertretenden Leiter des Jobcenters Altona, Oliver Weiße, und dessen Anwalt. Er fragte, rief, suchte den Saal mit den Augen ab. Keiner da. Die Zuschauer johlten, riefen „Sanktionen für Nichterscheinen!“ Es war ein Heimspiel für die „Hartz-IV-Rebellin“.

Weiterlesen bei Spiegel – Online vom 28.08. 2013

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/guetetermin-ergebnislos-hartz-iv-rebellin-hannemann-bleibt-suspendiert-a-919139.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=

„Ein Schrei geht durch das Land“ – Peter Gutzeit singt für Inge Hannemann vor dem Arbeitsgericht Hamburg.

„Ein Schrei geht durch das Land“ von der CD „Hartz IV muss weg“

SAT.1 REGIONAL vom 28.01.2013 – Hartz-IV-Rebellin vor dem Hamburger Arbeitsgericht

http://www.hamburg.sat1regional.de/aktuell-hh/article/hartz-iv-rebellin-vor-dem-hamburger-arbeitsgericht-124425.html

Zur heutigen Gerichtsverhandlung äußerst sich Inge Hannemann auf Facebook wie folgt:

Zunächst: Mein DANK an alle Unterstützer vor Ort. Es war mal wieder toll und ich kann mit euch so richtig entspannen. Auch wenn es komisch klingen mag .

Nun haben wir ja Zeit bis zum 9.September für eine Stellungnahme betreffend Gesprächsbereitschaft eines anderen Arbeitsplatzes oder Einigung.

Jobcenter team.arbeit.hamburg hat Zeit bis zum 4. Oktober für eine sog. „Klageschrift“ und meine Anwälte bis zum 4. November für unsere „Klageerwiderung“.

Weiterer Gerichtstermin wurde mal vom Richter in der ersten Novemberhälfte angesagt – vor dem Landesarbeitsgericht. Für Einigungsgespräche steht er bereit.

Ich selbst war positiv überrascht, wie kommunikativ der Richter war – anders als die letzten zwei Anhörungen. Er fand klare, sachliche Sätze und ich hatte den Eindruck, dass er nicht voreingenommen war. Auch anders als die letzten Male.

Allerdings plädiere ich für Pünktlichkeit, schließlich müssen die „Kunden“ im JC auch pünktlich sein, sonst kann es durchaus passieren, dass das Gespräch nicht durchgeführt wird oder tatsächlich sanktioniert wird. So ne Randbemerkung.

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. sascha313
    Sep 09, 2013 @ 21:13:04

    „Man stelle sich vor“, schreibt im ‚Spiegel‘ so ein Kommentierer, „ein Verkäufer in einem Fleischerfachbetrieb erklärt jedem Kunden das Fleisch ungesund sei (der Verkäufer ist Vegetarier) der Betrieb bietet ihm einen Arbeitsplatz in der angeschlossenen Bäckerei an und er weigert sich da er weiter die Kunden vom Fleischkonsum anhalten will. Die absolute Freheit von Verantwortung im öffentlichen Dienst fasziniert immer wieder.“ …mal abgesehen von den Fehlern – hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

    Es ist doch nicht das gleiche, ob jemand ein Lebensmittel ablehnt, oder ob er sich gegen eine ungerechtfertigte Repressalie zur Wehr setzt. Hier geht es auch nicht um persönliche Überzeugungen oder Einstellungen, sondern es geht um eine menschenwürdige Behandlung von „Kunden“ (wenn man hier schon mal den verlogenen Begriff „Kunde“ gebrauchen will). In jeder beliebigen Firma wendet man den Kunden stets besondere Aufmerksamkeit zu, sie werden umworben und mit Geschenken bedacht. In der Hartz4-Behörde hingegen sind die dort beschäftigten Vollzugsbeamten gehalten, ihre „Kunden“ bei kleinsten Vergehen (wie etwa fehlender „Mitwirkung“) mit dem Entzug der Existenzmittel zu „sanktionieren“, also zu bestrafen, anstatt ihnen, wie der Name der Behörde verheißt, einen Job zu vermitteln. Und es ist heute weißgott kein Geschenk, wenn man einen Arbeitsplatz bekommt, eher eine Zwangslage (und nicht nur was die Löhne betrifft).

    Nun brauchen wir uns ja nicht vorzumachen, ein „Jobcenter“ hat ohnehin keine Jobs zu vermitteln oder Geschenke zu verteilen, allenfalls jämmerlich bezahlte Aushilfstätigkeiten, Praktika und zumeist recht nutzlose „Maßnahmen“. Die sogenannte „Hilfsbedürftigkeit“ ist also ein recht gutes Geschäft für den Staat: der „Kunde“ muß dafür sogar noch dankbar sein, wenn er einen winzigen Bruchteil der unternehmerischen Profite für sein eigenes Existenzminimum beanspruchen darf. Und – er hält das Maul. Der soziale Frieden bleibt gewahrt…

    Zu allem Übel muß er noch den Hohn ertragen von denen, die noch arbeiten dürfen. Er sei schließlich selber schuld an seinem Schicksal, und er lebe ja von „unseren“ Steuergeldern.

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