Exakt – Die Story | 27.01.2016 | 20:45 Uhr – Ewig ohne Job – Schicksal oder selbstverschuldet?

Warum gelingt es Menschen über Jahre hinweg nicht, aus der Arbeitslosigkeit wieder in einen Job zu kommen? Liegt es an fehlenden Arbeitsstellen oder an mangelnder Motivation? „Exakt – Die Story“ hat Betroffene besucht und Experten befragt.

Etwa eine Million Menschen sind länger als zwölf Monate ohne Job. Das sagen offizielle Statistiken der Bundesarbeitsagentur für die zurückliegenden Jahre. Zwar geht die Gesamtzahl der Arbeitslosen seit einigen Jahren spürbar zurück. Doch bei Langzeitarbeitslosen stagnieren sie auf hohem Niveau. Mit anderen Worten: Im Heer der arbeitslosen Frauen und Männer gibt es mittlerweile eine zahlenmäßig kaum veränderte Gruppe, die über einen langen Zeitraum hinweg keine Arbeit haben.

Warum ist das so? War es nicht eines der Ziele der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetzgebung, Menschen, die lange Zeit ohne Job sind, wieder in den ersten Arbeitsmarkt zurückzubringen? Mittlerweile gibt es ein ganzes Bündel von Projekten, Programmen und anderen Instrumenten, um Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Ein Beispiel dafür sind sogenannte Vermittlungstage. Wir haben im Jobcenter Meißen zugesehen, wie versucht wird, Langzeitarbeitslose zur Jobsuche zu motivieren. Doch die Erfahrungen und Ergebnisse sind zunächst ernüchternd. Nur ein Teil der eingeladenen Betroffenen erscheint überhaupt zu dem dreitägigen Kurs. Und die Motive der Gekommenen sind sehr unterschiedlich: Die Einen wollen ernsthaft einen Job finden, doch kein Arbeitgeber reagiert auf ihre Bewerbungen. Andere wiederum kommen nur, weil die Arbeitsagentur sie geschickt hat. Immerhin: Am Ende kann die Hälfte derjenigen, die teilgenommen haben, eine Beschäftigung vorweisen.

„Eigentlich voller Tatendrang wollte ich anfangen. Und habe Bewerbungen geschrieben. Weit über Tausend. Mit Sicherheit. Bundesweit. Ich habe alles ausprobiert: Große Bewerbungen, kleine Bewerbungen. Große Mappen, dicke Mappen, schmale Mappen, bunte Mappen. Ich denke auch, dass ich immer vernünftige Bewerbungen abgeschicke. Die musst ich auch eine Zeitlang beim Arbeitsamt abgeben, und dann haben die die versandt, weil selbst die nicht nachvollziehen konnten, dass ich trotz dieser Bewerbungen nicht zum Zuge komme.“

Rainer Mechelke

Motivationskurse für Langzeitarbeitslose

Die meisten wollen raus aus Hartz IV. Doch wem gelingt das dauerhaft? Tatsächlich behindern „multiple Hemmnisse“ die Jobsuche. Wie nachhaltig sind die als Folge des Kurses gefundenen Arbeitsstellen letztlich? Wir gehen dieser Frage nach und besuchen einige Teilnehmer des Kurses erneut. Gleichzeitig werden gängige stereotype Meinungen hinterfragt – wie die, dass jeder, der Arbeit will, auch eine bekommt. Stimmt das wirklich? Wir suchen die Antwort darauf bei einem Experiment in Gera.

„Wenn jemand vier, fünf Jahre lang keinen normalen Job mehr hatte, dann würde es auch vielen Leuten, die vorher ganz gut drauf waren, schwer fallen sich wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Und das wissen die Arbeitgeber und gehen oftmals hin und sagen, den sortiere ich von vornherein aus, den gucke ich mir gar nicht an. Auch wenn er möglicherweise den Betroffenen Unrecht tut. Aber der wird wegen der langen Arbeitslosigkeitsdauer gar nicht eingeladen.“

Exakt – Die Story | 27.01.2016 | 20:45 Uhr – Ewig ohne Job – Schicksal oder selbstverschuldet?

 http://www.mdr.de/exakt/exakt-die-story-langzeitarbeitslosigkeit100_zc-4ced93d8_zs-c3781ea6.html

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. sascha313
    Jan 31, 2016 @ 23:47:37

    …auch das ist ein geschönter Bericht. Die Statistiken sind gefälscht!

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  2. Dieter
    Feb 01, 2016 @ 01:23:25

    Vielleicht wäre es sinnvoller Seminare für Personalverantwortliche einzurichten, in dem sie lernen, vernünftiger die Qualifikationen von Bewerbern zu bewerten.

    Und nicht wie leider sehr oft der Fall zuerst auf die letzte Beschäftigung, das Alter und wie lange arbeitslos zu schauen.

    Gefällt mir

    Antwort

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